
Mecklenburg-Vorpommern hat Geburtstag. Am Freitag wird das Land mit dem längsten Namen 35. Wie es entstanden ist? Wie es funktioniert? Wie es sich entwickelt hat? Hier unsere Seite mit Hintergründen, Statistiken, Lesetipps und einer Serie.
Statistik

Wie hat sich MV in den vergangenen 35 Jahren entwickelt? Dieser Frage ist das Statistische Amt Mecklenburg-Vorpommern in neun Kurzberichten nachgegangen. Zum 35. Geburtstag des Landes am 3. Oktober gibt es diese statistischen Betrachtungen jetzt kompakt zusammengefasst in einer Online-Broschüre. Hier zwei Beispiele.
Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern
Seit 1990 fanden in Mecklenburg-Vorpommern sieben Europa-, zehn Bundestags- und acht Landtagswahlen statt. Bei der Wahlbeteiligung sind deutliche Unterschiede zwischen den Wahlen erkennbar. Während bei Bundestagswahlen eine durchschnittliche Wahlbeteiligung von 71,4 Prozent erreicht wird, liegt sie bei den Landtagswahlen bei 66,4 Prozent und bei den Europa wahlen nur bei 54,0 Prozent trotz der Verbindung mit landesweiten Kommunalwahlen.

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Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern
Seit 1990 ist die Bevölkerungszahl in Mecklenburg-Vorpommern um 333.081 Personen bzw. um 17,5 Prozent gesunken. Bei der weiblichen Bevölkerung ist ein Rückgang um 176.891 Personen zu verzeichnen, bei den Männern ging die Anzahl um 156.190 Personen zurück. Lebten im Jahr 1990 noch 1.906.678 Menschen im Land, waren es Ende 2024 nur noch 1.573.597 Personen. Ursächlich sind dafür einerseits der für viele Jahre negative Saldo bei den Wanderungsbewegungen (die Zahl der Fortzüge übersteigt die der Zuzüge). Weiterhin wird die Entwicklung der Bevölkerungszahl auch durch das Verhältnis von Lebendgeborenen zu Gestorbenen bestimmt.

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Die Serie

Mit Stier und Greif durch Mecklenburg-Vorpommern. Herausgeber der kleinen Landeskunde ist die Landeszentrale für politische Bildung. Die Broschüre kann kostenlos – auch als Klassensatz – bei der LpB bestellt oder als PDF heruntergeladen werden. Alle Infos dazu gibt’s hier…
Bislang erschienen
- Teil 1: Ein Bundesland, zwei Geschichten
- Teil 2: Ein Land erinnert
- Teil 3: Wappen und Flagge
- Teil 4: So wird der Landtag gewählt
- Teil 5: Die Landesregierung
- Teil 6: Das Land und sin Verfatung
- Teil 7: Ein Puzzle aus acht Teilen
Hintergründe
Aus drei Bezirken wird ein Bundesland
Neubrandenburg. Rostock. Schwerin. Wer am 2. Oktober 1990 in diesen DDR-Bezirken schlafen ging, wachte am nächsten Morgen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern auf. Mit drei Ausnahmen: den Kreisen Perleberg, Templin und Prenzlau. Sie wurden dem Bundesland Brandenburg angeschlossen.
Grundlage für die Bildung und den Zuschnitt der fünf neuen Bundesländer war das Ländereinführungsgesetz. Ein Gesetz, das die erste frei gewählte Volkskammer am 22. Juli 1990 beschlossen hatte. Ursprünglich sollte es am 14. Oktober 1990 in Kraft treten. Im Einigungsvertrag wurde jedoch vereinbart, diesen Termin auf den 3. Oktober vorzuziehen. So wurden am Tag der Deutschen Einheit aus den 14 Bezirken der DDR die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Diese Einteilung war keineswegs ein Selbstläufer. Den Ausschüssen der Volkskammer lagen mehr als 2000 Vorschläge dazu vor.
In der ersten Hälfte der 1990er-Jahre verschoben sich die Landesgrenzen hier und da noch einmal leicht. Zwei Beispiele: Die Gemeinden Dambeck und Brunow sowie die Ortsteile Pampin und Platschow der Gemeinde Berge wechselten nach einem Bürgerentscheid 1992 von Brandenburg nach Mecklenburg-Vorpommern. Das Amt Neuhaus im Landkreis Hagenow schloss sich 1993 Niedersachsen an.

Von 31 auf 6 in 21 Jahren

1990 bestand Mecklenburg-Vorpommern aus 31 Landkreisen und sechs kreisfreien Städten (Greifswald, Neubrandenburg, Rostock, Schwerin, Stralsund und Wismar). 1994 wurde die Anzahl der Kreise auf zwölf reduziert. Seit 2011, der zweiten Kreisgebietsreform, hat MV sechs Landkreise (Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte, Nordwestmecklenburg, Landkreis Rostock, Vorpommern-Greifswald und Vorpommern-Rügen) sowie zwei kreisfreie Städte (Rostock und Schwerin).
Lesetipps
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Oktober 1990 – Tag für Tag

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