
Mecklenburg-Vorpommern hat der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Die landesweite Gedenkveranstaltung „Erinnern, Betrauern, Wachrütteln“ fand am Dienstag in Wöbbelin und Ludwigslust statt. Hier die Infos und die Bilder.
Hintergrund
Die Veranstaltungsreihe erinnert seit 2008 an Menschen, die aufgrund psychischer Erkrankungen, geistiger oder körperlicher Beeinträchtigungen durch die Nationalsozialisten entrechtet, zwangssterilisiert, deportiert oder ermordet wurden.
„Mehr denn je mahnt uns der 27. Januar für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte einzutreten“, sagte die Staatssekretärin im Kulturministerium, Susanne Bowen. „Die Verbrechen der Nationalsozialisten waren das Ergebnis von Rassismus, Menschenverachtung und Demokratiefeindlichkeit. Nur wenn wir aus der Geschichte lernen und die Erinnerung wachhalten, können wir die Demokratie und unsere Freiheit schützen“, so Bowen.
Am 27. Januar 1945 hatten Soldaten der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Im Jahr 1996 hatte der damalige Bundespräsident den 27. Januar zum zentralen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus erklärt.
Bilder










Das KZ Wöbbelin
Kurz vor Kriegsende finden die Gräueltaten der Nationalsozialisten einen neuen Schauplatz – in Wöbbelin. Unweit des Dorfes, direkt an der Straße zwischen Ludwigslust und Schwerin, entsteht im Februar 1945 eines der letzten Konzentrationslager. Es existiert zehn Wochen. Pfercht 5000 Häftlinge zusammen. Mehr als 1000 sterben. (aus dem Archiv)
„Diese Steine werden sprechen können“

Stolpersteine erinnern an das Schicksal von Opfern des Nationalsozialismus. Mit einer App kann man sich über die betroffenen Menschen digital informieren. Weiterlesen
Die App kann unter dem nachfolgenden QR-Code heruntergeladen werden:

Landesweite Beflaggung
Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus wird auch in Mecklenburg-Vorpommern landesweit an öffentlichen Gebäuden beflaggt. „Der 27. Januar mahnt uns, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten und jeder Form von Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. Diese Verantwortung ergibt sich aus der deutschen – unseren – Geschichte. Erinnerung ist keine Frage der Vergangenheit, sondern eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft“, sagt Innenminister Christian Pegel.
Die Beflaggung der Dienstgebäude des Landes unterstreicht die Bedeutung dieses Tages als staatlichen und gesellschaftlichen Gedenktag.
Tod auf dem Lewenberg

Die Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg-Lewenberg gehört zu den zentralen Orten der nationalsozialistischen Medizinverbrechen auf dem heutigen Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern. Zwischen 1939 und 1945 wurden Patienten nach Schwerin gebracht und ermordet. Mindestens 1.900 Menschen fielen der „NS-Euthanasie“ zum Opfer. Darunter Günter Nevermann, ein Junge aus Wismar.