Erinnern an die Opfer

Der ehemalige Grenzturm in Kühlungsborn war bis 1989 Teil des Überwachungssystems an der Ostsee. Heute ist der Turm ein Erinnerungsort. Foto: Wiebke Marcinkowski

Gedenkveranstaltung und Buchvorstellung am 13. August in Kühlungsborn. Erinnert wird an die Opfer des DDR-Grenzregimes. Vorgestellt wird das Buch „Tödliche Ostseefluchten aus der DDR 1961–1989“. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.


Die Veranstaltungen

„Wir gedenken der Menschen, die ums Leben kamen, weil sie eine tödliche Grenze durch Deutschland überwinden wollten“, heißt es in der Einladung. „Die SED-Machthaber hatten 1952 begonnen, die Grenze zum Westen Deutschlands unpassierbar zu machen. Mit dem Mauerbau in Berlin am 13. August 1961 wurde die Grenze endgültig geschlossen. Wir erinnern an die Opfer an einem Ort, der zum DDR-Grenzregime an der Ostsee gehörte.“

Die Gedenkveranstaltung findet am ehemaligen Grenzturm BT 11, Ostseeallee 1A in Kühlungsborn, statt. Beginn: 13. August um 17 Uhr. Eingeladen haben der Landesbeauftragte für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur und die Landeszentrale für politische Bildung MV zusammen mit dem Verein Grenzturm e.V. Es sprechen die Ministerin für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten MV, Bettina Martin, die Kühlungsborner Bürgermeisterin Olivia Arndt und Dr. Lars Tschirschwitz, Stellvertretender Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Im Anschluss stellt Dr. Jenny Linek, Mitautorin der 2025 erschienenen Studie „Tödliche Ostseefluchten aus der DDR 1961–1989“, die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit in der Villa Astoria vor (18 Uhr in der Ostseeallee 2, 18225 Kühlungsborn). Der Zeitzeuge Harry Balbach, der 1971 einen Fluchtversuch unternommen hatte und von Grenztruppen verhaftet wurde, ist Gesprächspartner in der Diskussion.

Das Buch

Tödliche Ostseefluchten aus der DDR 1961-1989.
Schwerin 2025 | 410 Seiten | LpB | 25 Euro

Autorinnen und Autoren

Henning Hochstein, Jenny Linek, Merete Peetz. Unter Mitarbeit von Hubertus Buchstein, Jane Gerhardt, Björn Ahters, Leoni Gau, Maya Miller und Finja Schöbel

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Hintergrund

Zwischen 1961 und 1989 sind nachweislich 135 Menschen zu Tode gekommen beim Versuch, über die Ostsee zu fliehen. Neuesten Forschungen zu Folge starben insgesamt 425 Menschen bei Fluchtversuchen an den verschiedenen Grenzabschnitten der DDR. Die Freiheit zu Reisen war eine der wesentlichen Forderungen, die die Menschen im Zuge der Friedlichen Revolution 1989 erhoben.