
Das Wandelkonzert am Freitag mit Musik vom ensemble reflektor und Texten von Walter Kempowski erkundet das Dokumentationszentrum Schwerin. Karten gibt es hier.
Hintergrund
Das Dokumentationszentrum des Landes für die Opfer der Diktaturen in Deutschland steht wie kaum ein anderer Ort für politisches Unrecht und staatliche Verfolgung im 20. Jahrhundert. Die wechselvolle Geschichte des 1916 errichteten Schweriner Gerichts- und Gefängniskomplexes wird in einer dreiteiligen Dauerausstellung gezeigt. In deren Mittelpunkt stehen Schicksale der Häftlinge, die während der Zeit des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur aus politischen Gründen verfolgt, inhaftiert und verurteilt wurden.
Als Walter Kempowski im Frühjahr 1948 zum ersten Mal in den Hof des Untersuchungsgefängnisses am Demmlerplatz geführt wurde, ahnte er bereits, welche Willkür, Ungerechtigkeit und Gewalt dieser Ort für ihn bringen würde. In bedrückend ehrlichen Worten beschreibt er danach dieses Kapitel seines Lebens in mehreren Texten und gibt so einen Einblick in den Haftalltag.
Das Wandelkonzert
Hinter Mauern. Das Wandelkonzert im Dokumentationszentrum Schwerin (Obotritenring 106, 19053 Schwerin) mit Musik des ensemble reflektor und Schauspielerin Katrin Heinrich, die Texte von Walter Kempowski liest. Das Konzert am 10. Juli hat drei verschiedene Anfangszeiten. 18 Uhr, 19 Uhr, 20 Uhr.
Kempowskis Haft in Schwerin

Walter Kempowski. Den meisten ist er als Chronist deutscher Zeitgeschichte mit Werken wie „Tadellöser & Wolff“ oder den „Echolot“-Büchern über den Zweiten Weltkrieg bekannt. Weniger bekannt ist, wie schicksalhaft sein Leben und Wirken mit dem historischen Ort Demmlerplatz in Schwerin verbunden ist. Weiterlesen
Programm
BACEWICZ Quartett für vier Violinen
LOTTI „Crucifixus“ für Streicher (orig. für Chor a cappella)
SCHOSTAKOWITSCH Zwei Stücke für Streichoktett op. 11
ALLEGRI „Miserere“ für Streicher (orig. für Chor a cappella)
Werke für Violoncello solo
Texte von Walter Kempowski
Karten: Hier
Kooperation
Eine Kooperation der Festspiele MV mit dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und der Landeszentrale für politische Bildung. Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Schweriner Bürgerstiftung.