Kultur unter Einfluss

Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock. Foto: Jörn Lehmann

Kultur unter Einfluss. Die szenische Lesung am 3. November in der DuG Rostock, eine gemeinsame Veranstaltung des Volkstheaters mit der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock/LpB MV.


Hintergrund

Wie frei ist die Kunst? Unter welchen Bedingungen war Kunst und Kultur unter der Führung der SED möglich? Wie wirkten sich Kontrolle und Einflussnahme auf die künstlerische Praxis aus? Mit welchen (künstlerischen) Mitteln war Widerstand möglich? Die szenische Lesung verwebt historisches Material, persönliche Schilderungen von Zeitzeug:innen und literarische Texte zu einer Collage, die Paradoxien und die Komplexität des künstlerischen Schaffens in der DDR sichtbar macht.

Eine Begleitveranstaltung der Ausstellung „Die Partei hat immer Recht. Die SED im Alltag der DDR“ der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur von Stefan Wolle.


Kompakt

Kultur unter Einfluss
Dienstag, 3.11. 18 Uhr  /
DuG Rostock / Grüner Weg 5 in 18055 Rostock

Karten: hier


Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock

Foto: LpB MV

Die Untersuchungshaft des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Bezirk Rostock wurde Ende der 1950er Jahre errichtet. Nicht einsehbar für Außenstehende, befand sie sich auf dem Gelände der Bezirksverwaltung des MfS. Von 1960 bis 1989 inhaftierte die Staatssicherheit dort rund 4.900 Frauen und Männer, Jugendliche ab einem Alter von 15 Jahren aus überwiegend politischen Gründen. Dazu gehörten zum Beispiel die Straftatbestände „staatsfeindliche Hetze“, „staatsfeindliche Verbindungsaufnahme“ und in zunehmendem Maße „versuchte Republikflucht“. Ab den 1970er Jahren waren die Mehrheit der Inhaftierten Menschen, die versucht hatten, über Land und See aus der DDR zu fliehen. Für viele Betroffene war dies die erste Erfahrung von Haft – nach durchschnittlich vier bis sechs Monaten Untersuchungshaft unter ständiger Isolation erfolgten Verurteilungen. Danach wurden die meisten Personen in andere Gefängnisse der DDR gebracht – unter anderem nach Bützow, Bautzen, Cottbus, Hoheneck. Ein Teil der Inhaftierten verblieb nach der Verurteilung vor Ort – als Strafgefangene mussten Frauen in Küche, Wäscherei und Näherei des Gefängnisses arbeiten, Männer wurden als Handwerker eingesetzt.

Die Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit in Rostock befindet sich seit 2021 in Trägerschaft der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Die Erinnerungs- und Bildungsarbeit am historischen Ort zeichnet sich durch Kooperationen mit vielfältigen Partner/innen unter anderem aus Kultur und Kunst aus.

www.lpb-mv.de/projekte/dug-rostock