Abschiedskonzert von Ingo Barz

Liedermacher Ingo Barz. Foto: Ulrike Flügel

Ingo Barz trat als Liedermacher vor allem im Norden der DDR auf. Mit seiner kritischen Haltung zum SED-Staat auch als Diakon in der Jugendarbeit der evangelischen Kirche geriet er ins Visier der Staatssicherheit. Jetzt ist Ingo Barz auf Abschiedstournee – und kommt am 22. September nach Schwerin.


Das Konzert

22. September 2026 // 20 Uhr
Abschiedskonzert von Ingo Barz
Schweriner Wichernsaal (Apothekerstraße 48/Körnerstraße 7)

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 


Hintergrund

Das Konzert wird veranstaltet vom Landesbeauftragten für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Nach einer Begrüßung durch den stellvertretenden Landesbeauftragten Dr. Lars Tschirschwitz werden die langjährige Landesbeauftragte Anne Drescher und der Initiator des Konzerts, Detlef Borchardt, eine kurze Einführung zu Leben und Werk von Ingo Barz geben.

Nach 1990 hat Ingo Barz zahlreiche Tonträger und Bücher veröffentlicht.
Zwei Publikationen sind beim Landesbeauftragten erhältlich:

Ingo Barz: …und manchmal möcht’ ich traurig sein. 51 „unerwünschte“ Lieder 1979–1990
(Doppel-CD + Begleitbuch) Lühburg 2005

Klappentext

„Es waren eben nicht nur die „scharfen“ Leider, mit denen sich der Sänger Ärger machte. Da genügte es auch schon, daß sein „Zungenschlag“ sich von der offiziellen Sprachregelung unterschied, daß er ein paar Dinge aus einer anderen Ecke betrachtete, daß er oft genug die „falschen“ Themen besang oder daß er ganz einfach zu bunt war für das Schwarz-Weiß-Raster des realsozialistischen Weltverständnisses. So geriet ihm, wie auch vielen anderen in der DDR, der Flug zu den lichten Höhen der Kunst schon im Start zur Bruchlandung. Das und vieles mehr beschreibt Ingo Barz in einem informativen, wie auch unterhaltsamen Gemisch aus Essay, Liedtextauszügen und MfS-Aktenschnipseln. Beispiele zum Schmunzeln finden sich bis zur letzten Seite, aber auch einiges, das nach anderthalb Jahrzehnten noch betroffen machen kann.“

Ingo Barz: Muss denn der Junge andauernd Panzer malen
Lühburg 2010

Klappentext

„Da sind das Zuhause im ehemaligen Stadtgefängnis und die Diskrepanz zwischen dem, was dort ausgesprochen wird und dem, was in der Schule gesagt werden muss. Da sind die von Krieg und Flucht geprägten Lebenswege der Erwachsenen und ihre Geschichten vom Abholen und Abhauen. Da sind die alljährlichen Ferien bei den Großeltern in Westberlin und schließlich der Bau der Mauer. Da sind ein paar Jahre später die täglichen Auseinandersetzungen um die Bewahrung der Individualität in einem Staat, der mit Beat-Verbot und vielfältigen Repressalien gegen den langhaarigen Protest seiner Jugendlichen deren Anpassung zu erzwingen sucht. Und da sind die Angst vor dem endgültigen Zugriff dieses Staates mit der Einberufung zur Nationalen Volksarmee. Ingo Barz beschreibt in fünfzig autobiographischen Momentaufnahmen aus dem Blickwinkel eines Kindes, bzw. Jugendlichen, den ‚ganz normalen’ Alltag in einer Diktatur, das manchmal Beklemmen-de und oft Banale im Spannungsfeld zwischen Anpassung, Verweigerung und unspektakulärem Aufbegehren.“

Um die Publikationen für eine Schutzgebühr von jeweils 6 Euro zu bestellen, klicken Sie einfach auf die obigen Links oder wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des Landesbeauftragten unter: Tel.: 0385-734006, Fax: 0385-734007, Mail: post@lamv.mv-regierung.de