Gedichte eines kulturellen Erbes

Eine Frau steht vor einer grünen Ecke. Sie hält ein Buch in der Hand.
Foto: Oxana Schoorlemmer

Am 13. September kommt Mariana Hrytsuniak ins Wolhynier Umsiedlermuseum Linstow. Sie liest zum Tag des offenen Denkmals aus ihren Werken „Mutters Hemd“ und „Ukraine im Krieg“. 

Ihre Gedichte erzählen vom kulturellen Erbe des ukrainischen Volkes, von Familientraditionen, der Liebe zur Mutter, zur Heimat und von der Unbeugsamkeit des ukrainischen Geistes. In ihrer Lyrik beschäftigt sich die aus Wolhynien stammende Autorin mit den Schicksalen ukrainischer Frauen und Kinder, die wie sie gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen. Ihre Gedichte spiegeln die Erfahrungen der Menschen im Krieg wider und bewahren Erinnerungen, Gefühle und Hoffnungen für kommende Generationen. Im Anschluss an die Lesung präsentiert Mariana Hrytsuniak eine Kollektion von Hemden, die kunstvoll mit ihren Gedichten bestickt wurden.

Die Lesung beginnt 15 Uhr und ist Teil des Programms zum Tag des offenen Denkmals. Dieser startet im Museum ab 10 Uhr. „Gemeinsam mit unseren Gästen begeben wir uns auf Spurensuche zur Geschichte der Wolhyniendeutschen bis zu ihrer Ansiedlung in Mecklenburg“, sagt Museumsleiter Michael Thoß. Führungen durch das Museum und die Dauerausstellung werden nach Bedarf angeboten.

Die Veranstaltung wird gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Der Eintritt ist frei.


Hintergrund: Wolhynien

Wolhynien ist eine historische Landschaft, die heute hauptsächlich im Nordwesten der Ukraine liegt. Ab 1861 siedelten sich in Wolhynien verstärkt deutsche Handwerker, Bauern, Ärzte und Kaufleute an. Bis 1914 wuchs die Zahl auf mehr als 200.000 Menschen an. Im Ersten Weltkrieg – Wolhynien gehörte damals zum Russischen Kaiserreich – wurden die meisten deutschstämmigen Wolhynier enteignet und in entlegene Provinzen deportiert. Rund 50.000 Menschen starben. Nach dem Krieg kehrten mehr als 100.000 Vertriebene nach Wolhynien zurück. Im Zweiten Weltkrieg verloren sie ihre Heimat erneut. Viele von ihnen kamen nach langer Flucht in Mecklenburg an – zum Beispiel in der ehemaligen Domäne Linstow. Das Wolhynier Umsiedlermuseum (Kiether Straße 2, 18292 Linstow) veranschaulicht Migration, Siedlung und Lebensweise der Wolhyniendeutschen. Nähere Infos unter www.umsiedlermuseum-wolhynien.de.