„Ein Augen Blick“ in der DuG Rostock

Künstlerin Iris vom Stein in ihrer Ausstellung. Fotos: Jule Fuchs

Die Ausstellung von Iris vom Stein in der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock zeigt Bilder, die mit einer Camera obscura durch die Türspione ehemaliger Zellentüren aufgenommen wurden. Die Werke der Künstlerin sind Teil des Kunstankaufes des Landes 2026 – und werden der DuG als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.


Bilder

Iris vom Stein und Kulturministerin Bettina Martin in der DuG Rostock
LpB-Direktor Jochen Schmidt, Dr. Steffi Brüning (Leiterin der DuG), Iris vom Stein
Vorstellung des Kunstankaufs am Mittwoch in der DuG
Iris vom Stein und Kunsthallen-Leiter Dr. Jörg-Uwe Neumann

Hintergrund

Seit mehr als 30 Jahren kauft das Land Mecklenburg-Vorpommern Kunst von Künstlerinnen und Künstlern und unterstützt so direkt die Kunstszene im Land. Im Jahr 2026 standen für den Kunstankauf 52.000 Euro zur Verfügung. Die Kunstwerke werden von einer Kunstkommission gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern direkt in den Ateliers ausgewählt. Auf diese Weise wächst die Kunstsammlung des Landes Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich und zählt inzwischen 5.000 Einzelarbeiten. Sie ist damit eine der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst im Land.

„Der diesjährige Ankauf der Fotografien der Wismarer Künstlerin Iris vom Stein durch das Land ist eine besondere Entscheidung der Kommission. Denn die Fotografien stehen in direktem Zusammenhang mit der Dokumentations- und Gedenkstätte der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Rostock. Sie sind dort entstanden und werden auch zukünftig dort ausgestellt. Für mich sind diese Werke ein Symbol für die Kraft der Kunst, neue Perspektiven auf schwierige Themen zu eröffnen”, so Kulturministerin Bettina Martin.


Ausstellung

Die Ausstellung „Ein Augen Blick“ in der DuG Rostock: Zu sehen sind Aufnahmen mit einer Camera obscura durch die Türspione der ehemaligen Zellentüren. Die so entstandene besondere Sichtweise vermittelt ungewöhnliche Eindrücke, die durch das kaum vorhandene Licht in den Zellen und die karge Ausstattung bestimmt sind.

Iris vom Stein lebt und arbeitet seit 2005 in Wismar. Sie ist Fotografin, Mediengestalterin und bildende Künstlerin. Ihr künstlerischer Schwerpunkt umfasst Fotografie, Performance, Installation sowie digitale Medien. Neben ihrer freischaffenden Tätigkeit engagiert sie sich seit vielen Jahren in der kulturellen Bildungsarbeit und in der Vermittlung fotografischer und gestalterischer Kompetenzen.


DuG Rostock

Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock

Die Untersuchungshaft des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Bezirk Rostock wurde Ende der 1950er Jahre errichtet. Nicht einsehbar für Außenstehende, befand sie sich auf dem Gelände der Bezirksverwaltung des MfS. Von 1960 bis 1989 inhaftierte die Staatssicherheit dort rund 4.900 Frauen und Männer, Jugendliche ab einem Alter von 15 Jahren aus überwiegend politischen Gründen. Dazu gehörten zum Beispiel die Straftatbestände „staatsfeindliche Hetze“, „staatsfeindliche Verbindungsaufnahme“ und in zunehmendem Maße „versuchte Republikflucht“. Ab den 1970er Jahren waren die Mehrheit der Inhaftierten Menschen, die versucht hatten, über Land und See aus der DDR zu fliehen. Für viele Betroffene war dies die erste Erfahrung von Haft – nach durchschnittlich vier bis sechs Monaten Untersuchungshaft unter ständiger Isolation erfolgten Verurteilungen. Danach wurden die meisten Personen in andere Gefängnisse der DDR gebracht – unter anderem nach Bützow, Bautzen, Cottbus, Hoheneck. Ein Teil der Inhaftierten verblieb nach der Verurteilung vor Ort – als Strafgefangene mussten Frauen in Küche, Wäscherei und Näherei des Gefängnisses arbeiten, Männer wurden als Handwerker eingesetzt.

Die Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit in Rostock befindet sich seit 2021 in Trägerschaft der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Die Erinnerungs- und Bildungsarbeit am historischen Ort zeichnet sich durch Kooperationen mit vielfältigen Partner/innen unter anderem aus Kultur und Kunst aus.

Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock in der ehemaligen Untersuchungshaft der Staatssicherheit in Rostock | Grüner Weg 5 | 18055 Rostock

www.lpb-mv.de/projekte/dug-rostock

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag 10 bis 15 Uhr