Auf Postkarten diffamiert

Quelle: bpb

Mit unfreundlichen Grüßen: Eine Ausstellung in Mirow zeigt, wie Juden auf Postkarten diffamiert wurden. Sie ist bis Ende August im Unteren Schloss Mirow zu sehen. 

Stereotype sind ein gängiges Element unserer Kommunikationskultur. Sie dienen dazu, komplizierte Zusammenhänge zu vereinfachen, indem sie sie kategorisieren. Aber wann wird ein Stereotyp zum Vorurteil? Wo zieht man die Grenze? Die Ausstellung „abgestempelt – Judenfeindliche Postkarten“ gibt in Mirow einen Einblick. Am Beispiel der Postkarte als dem ersten modernen Massenmedium wird ersichtlich, wie harmlos erscheinende Alltagsstereotype in blanken Hass oder übelste Diffamierung ausarten können. 

Grundlage ist die Sammlung von Wolfgang Haney aus Berlin, der fast 1.000 antisemitische Postkarten zusammengetragen hat. Die meisten davon stammen aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die Wanderausstellung zeigt eine kleine Auswahl. Themenschwerpunkte sind: „Antisemitismus im Bild – Mittel der Darstellung“, „Juden in der Gesellschaft – Drei Stereotype“, „Antisemitische Haltungen und Wunschvorstellungen“ sowie „Staatlich geduldeter und propagierter Antisemitismus“.

Die Ausstellung wurde 1999 vom Jüdischen Museum Frankfurt a. M. und dem Museum für Kommunikation Frankfurt a.M. als Wechselausstellung erarbeitet und wird in einer von Prof. Dr. Thomas Goll (TU Dortmund) überarbeiteten und komprimierten Fassung von der Bundeszentrale für politische Bildung als Wanderausstellung zur Verfügung gestellt. Sie verfolgt nicht nur das Ziel, etwas Vergangenes zu präsentieren, sondern möchte auch über Motive und Bildsprachen aufklären, um Besucherinnen und Besucher dafür zu sensibilisieren, Antisemitismus und andere Formen diskriminierender Etikettierungen auch in der Gegenwart zu erkennen, so die Bundeszentrale für politische Bildung. 

Die Ausstellung ist bis 27. August 2026 in der Aula im Unteren Schloss Mirow zu sehen. Die Öffnungszeiten sind: montags bis donnerstags, 10 bis 17 Uhr.