
Eine neue Veranstaltungsreihe in Rostock setzt sich mit den Machtmechanismen der SED-Diktatur und den Lebensrealitäten in der DDR auseinander. Den Auftakt bildet am 2. Juli die Lesung „Die Anhörung: 10 Szenen aus dem Leben von W. Schnur – die Funktionsweise einer Diktatur“.
Szenische Lesung
Die Anhörung: 10 Szenen aus dem Leben von W. Schnur – die Funktionsweise einer Diktatur
Donnerstag, 2. Juli, 19 Uhr
Literaturhaus Rostock im Peter-Weiss-Haus, Doberaner Straße 21
Vorverkauf: 8 Euro zzgl. Gebühr (Pressezentrum/mvticket.de); Abendkasse: 10 Euro
Ermäßigt: 5 Euro für Warnowpass-Inhaber/innen, Mitglieder im Literaturhaus Rostock e.V., Schüler/innen, Schwerbeschädigte, Inhaber/innen einer Ehrenamtskarte – Anmeldung unter: reservierung@literaturhaus-rostock.de
Studierende mit dem Kulturticket frei
Hintergrund

v.l. Max Urlacher (Foto: Thomas Leidig), Prof. Jürgen Haase (Foto: Jim Rakete Photo Selection), Uli Pleßmann (Foto: Jonas Friedrich)
Das von den Schauspielern Max Urlacher und Uli Pleßmann gestaltete Stück basiert auf dem letzten Interview des Rostocker Rechtsanwalts Wolfgang Schnur (1944–2016). Im Mittelpunkt stehen dessen originale Aussagen – ohne künstlerische Überformung. So entsteht ein eindringliches Dokument der Zeitgeschichte, das zeigt, wie diktatorische Systeme funktionieren und welche Auswirkungen sie auf individuelle Biografien haben.
Wolfgang Schnur verkörpert die Widersprüche dieser Geschichte in besonderer Weise: Er war Anwalt zahlreicher Oppositioneller und engagierter Christ – zugleich jedoch über 25 Jahre hinweg Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit.
Im Anschluss an die Lesung findet ein Publikumsgespräch mit dem Stückentwickler Prof. Jürgen Haase, den beteiligten Künstlern sowie dem Historiker Dr. Volker Höffer vom Stasi-Unterlagen-Archiv Rostock im Bundesarchiv statt.
Ausstellung
Ab 2. Juli wird in der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock, Grüner Weg 5, die Ausstellung „Die Partei hat immer recht. Die SED im Alltag der DDR“ der Bundesstiftung Aufarbeitung zu sehen sein. Bis 30. November, dienstags und donnerstags von 10 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. Wie die Reihe beschäftigt sich die Ausstellung mit den Machtmechanismen der Sozialistischen Einheitspartei und den vielschichtigen, oft auch widersprüchlichen Lebenserzählungen in einer Diktatur.
Veranstaltungsreihe
Vor 80 Jahren wurden SPD und KPD in der Sowjetischen Besatzungszone unter politischem Druck zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) zusammengeschlossen. Aus diesem Anlass laden die Heinrich-Böll-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern, die Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock sowie das Literaturhaus Rostock zu dieser Veranstaltungsreihe und diesem Programm ein.



