
„Die Splittermine SM 70 am DDR-Grenzzaun. Produktentwicklung, politisch Verantwortliche und Opfer der Selbstschussanlagen.“ So heißt das Thema am Freitag im Grenzhus – im Begleitprogramm zur Ausstellung über das Schicksal von Michael Gartenschläger.
Hintergrund
Michael Gartenschläger versuchte drei Mal, eine Splittermine vom DDR-Grenzzaun abzubauen. Beim dritten Versuch wurde er durch ein Stasi-Spezialkommando erschossen.
Die Waffe wurde in den 1960er-Jahren entwickelt, um die DDR-Grenzanlagen noch unüberwindbarer zu machen. Ihre tödliche Wirkung auf Menschen nahmen die Verantwortlichen als Abschreckung bewusst in Kauf. 1971 begann die Montage der Waffe am Streckmetallzaun.
Einer der letzten Opfer dieser Minensperre war der Wismarer Ingenieur Harry Weltzin, der nahe Kneese beim Untergraben des Grenzzaunes Splitterminen auslöste und getötet wurde. Für die DDR-Grenztruppen völlig überraschend verkündete Erich Honecker im Oktober 1983 den Abbau aller Minen an der innerdeutschen Grenze.
Wie kam es zum An- und Abbau dieser Waffe? Wer trug die Verantwortung für den Einsatz der SM 70 und wer waren die Opfer der Splittermine? Diesen Fragen geht der Referent in seinem Vortrag nach.
„Die Splittermine SM 70 am DDR-Grenzzaun. Produktentwicklung, politisch Verantwortliche und Opfer der Selbstschussanlagen.“
29. Mai um 19 Uhr // Dr. Jochen Staadt (FU Berlin)
Grenzhus Schlagsdorf, 19217 Schlagsdorf, Neubauernweg 1
Referent
Dr. Jochen Staadt ist ein Spezialist für die Fragen der SED-Diktatur und der DDR-Grenzsicherung. Geb. 1950, Studium der Germanistik und der politischen Wissenschaft an der FU Berlin. Er war bis 2024 Projektleiter am „SED-Forschungsverbund“ der FU Berlin. In zahlreichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich mit der Geschichte der westdeutschen Studentenbewegungen und der DDR-Geschichte. Gemeinsam mit Prof. Klaus Schroeder koordinierte und publizierte er das Forschungsprojekt „Die Todesopfer des DDR-Grenzregimes“.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Um eine Anmeldung für die Veranstaltung wird gebeten:
Telefon: 038875/20326 oder Mail: info@grenzhus.de