Museumstag im Grenzhus

Das neu gestaltete Außengelände. Foto: Luisa Taschner

Der Internationale Museumstag am Sonntag rückt Museen als Orte des Austausches und der Verständigung in den Mittelpunkt. Das Grenzhus Schlagsdorf lädt ein, die Geschichte der innerdeutschen Grenze genauer kennenzulernen.


Hintergrund

Gezeigt wird die Sonderausstellung „Jugendopposition in der DDR – das Schicksal von Michael Gartenschläger (1944-1976)“. Die Ausstellung erklärt, warum der 32-jährige Gartenschläger an die innerdeutsche Grenze fuhr und drei Mal versuchte, sogenannte Selbstschussanlagen vom DDR-Grenzzaun abzubauen. Beim dritten Mal erwartete ihn ein Spezialkommando der Staatssicherheit und tötete Gartenschläger auf DDR-Territorium.

Die Ausstellung erzählt seine ganze Geschichte. Von seiner Jugend in Strausberg, seinem Protest gegen den Mauerbau und die Verurteilung zu einer lebenslangen Zuchthausstrafe. Nach fast zehn Jahren DDR-Gefängnis wurde er von der Bundesrepublik freigekauft und begann ein neues Leben im Westen.

Am 17. Mai um 11 Uhr startet eine Führung mit dem Zeitzeugen Werner Daubner über das neu gestaltete Außengelände „Leben im DDR-Grenzsperrgebiet und Flucht 1975“. Diese Verbindung zwischen rekonstruierter Grenzbefestigung und lebendiger Erinnerung macht die Führung zu einem besonderen Erlebnis.

Werner Daubner ist 1956 geboren und wuchs in Dutzow am Schaalsee auf.  Hier erlebt er, wie sich die Regeln im DDR-Sperrgebiet seit 1961 verschärfen. Trotzdem haben die Jugendlichen ihren Spaß. Doch wie soll er sich als Erwachsener den Forderungen im SED-Staat entziehen? Werner Daubner riskiert die Flucht in den Westen, kriecht durch einen Graben und schwimmt über den Goldensee.

Auf der Führung erinnert er sich an die Lebensumstände im Sperrgebiet und erzählt, wie es im Westen und nach 1990 weiterging. Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei.

Grenzhus Schlagsdorf, 19217 Schlagsdorf, Neubauernweg 1, Tel.: 038875/ 20326