DIA.MV legt Jahresbericht vor

Quelle: DIA.MV

Die Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus in Mecklenburg-Vorpommern hat im vergangenen Jahr deutlich mehr antisemitische Vorfälle registriert als im Vorjahr. Insgesamt wurden DIA.MV 124 antisemitische Vorfälle bekannt. Das sind 35 Prozent mehr als 2024. Das geht aus dem am Dienstag vorgestellten Jahresbericht hervor.


Hintergrund

DIA.MV dokumentiert antisemitische Vorfälle unabhängig von der strafrechtlichen Relevanz oder der Schwere der Tat. Sie ist eine zivilgesellschaftliche Meldestelle und verfolgt das Ziel, Antisemitismus in allen seinen Erscheinungsformen zu dokumentieren. Gleichzeitig bietet DIA.MV Betroffenen auch Hilfe und Beratung. Die Dokumentationsstelle gibt es seit 2021.

Die von der DIA dokumentierten Vorfälle im Jahr 2025 reichen von verbalen Angriffen im öffentlichen Raum über Beschmierungen an Gedenkorten bis hin zu physischen Angriffen.

„Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine tägliche Aufgabe“

Den erneuten Anstieg antisemitischer Vorfälle nannte Kulturministerin Bettina Martin besorgniserregend und äußerte ein klares Bekenntnis gegen jede Form von Antisemitismus. „Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine tägliche Aufgabe. Diese menschenverachtende Ideologie darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben“, so Martin. „Ich bin der Dokumentationsstelle sehr dankbar für ihre Arbeit. Nur wer genau hinschaut und antisemitische Strömungen und Vorfälle dokumentiert, kann sie erfolgreich bekämpfen. Damit leistet DIA.MV eine unverzichtbare Arbeit gegen Antisemitismus.“

Förderung jüdischen Lebens in der Landesverfassung

Ministerin Martin machte gleichzeitig deutlich, dass der Schutz jüdischer Menschen und ihrer Einrichtungen für die Landesregierung eine vorrangige Verpflichtung ist. Der Landtag hatte im Januar 2025 den Schutz und die Förderung jüdischen Lebens in die Landesverfassung aufgenommen. „Die Landesregierung setzt diesen Verfassungsauftrag konsequent um“, sagte Martin. „Mir macht in besonderen Maße Sorge, dass sich Antisemitismus zunehmend in der Mitte der Gesellschaft – also am Arbeitsplatz, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Schule, im gesamten öffentlichen Raum – ausbreitet.“

Landesaktionsplan gegen Antisemitismus

Mit dem Landesaktionsplan gegen Antisemitismus, den die Landesregierung im November 2024 beschlossen hatte, werden konkrete Maßnahmen ergriffen, um Antisemitismus vorzubeugen und zu bekämpfen. So wurde im vergangenen Jahr eine Handreichung für Lehrkräfte der Grundschulen und Orientierungsstufen veröffentlicht. Gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Rostock wurden die Baumaßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an der dortigen Synagoge abgeschlossen.

DIA.MV wird seit ihrer Gründung durch das Land aus Mitteln des ESF Plus-Programms gefördert. Die Fördersumme beträgt in diesem Jahr rund 190.000 Euro (2025: ca. 185.000 Euro).