Massenmord am Ostseestrand

Eva Nagler in Israel. Foto: Archiv Yoav Lester

„Massenmord am Ostseestrand – Bericht einer Überlebenden.“ Die Buchvorstellung und die Lesung mit Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, und Anna Menzel, Schauspielstudentin an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, am 12. Mai um 19 Uhr im Wehrmachtsgefängnis Anklam. Der Eintritt ist frei.


Auszug

„Ich schaute auf die einsame Gestalt meiner Schwester, meine herzallerliebste ›schlafende‹ Sonia. Ich sagte ihr lautlos Auf Wiedersehen. Und ich verabschiedete mich auch von Hanka, deren Körper ich nicht entdecken konnte. Und von allen anderen in diesem Haufen. Und von dem armen Mann weit draußen im Meer. Er winkte noch immer verzweifelt mit einem Arm.


Hintergrund

Eva Nagler (1925-2006) stammte aus einer jüdischen Familie im polnischen Łódź. Nach dem deutschen Einmarsch musste sie 1940 in das Ghetto Litzmannstadt umsiedeln. Im August 1944 wurde sie von der SS nach Auschwitz-Birkenau, anschließend in das Konzentrationslager Stutthof und schließlich in ein Arbeitslager im ostpreußischen Schippenbeil verschleppt. Sie ist eine der nur ca. 30 Überlebenden des Todesmarsches von Königsberg nach Palmnicken und des Massakers an der ostpreußischen Bernsteinküste Ende Januar 1945, bei dem über 4.500 Menschen ermordet wurden. Nach ihrer Befreiung ging sie 1946 nach Palästina und zog 1952 weiter nach Australien. Ihr Bericht „Massacre on the Baltic“ erschien dort 1995.

Eva Nagler, Sydney, 1960er-Jahre. Foto: Archiv Yoav Lester

Das Buch

„Massenmord am Ostseestrand“ wurde im Jahr 2025 von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas durch Sarah Friedrich und Uwe Neumärker ins Deutsche übersetzt und herausgegeben. Hier geht’s zur Bestellung.

Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. (c) Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Foto: Marko Priske

Die Lesung

Am 12. Mai um 19 Uhr im Wehrmachtsgefängnis Anklam (Friedländer Landstraße 3a, 17389 Anklam). Mit Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, sowie Anna Menzel, Studentin für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, die aus dem Buch liest. Der Eintritt ist frei.

Anna Menzel. Foto: Louis Kuballa

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, der Hansestadt Anklam, dem Museum am Steintor in Zusammenarbeit mit der Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern der Landsmannschaft Ostpreußen.

Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie unter:
www.demokratieladen.de und www.museum-im-steintor.de