
Von Dienstag bis Sonntag heißt es: Film ab! Das Filmkunstfest in Schwerin holt 118 Filme auf die Leinwand. Darunter: 18 Deutschlandpremieren. Eine davon wird präsentiert von der LpB MV: Innere Emigranten.
Die Doku
In Moskau betreibt eine Gruppe von Psychologinnen eine anonyme Telefonhotline, die seit der russischen Invasion der Ukraine 2022 Menschen in seelischen Krisen unterstützt.
Für ihren zweiten Film kehrt die russische Regisseurin Lena Karbe nach fünfzehn Jahren in Deutschland in ihre Heimat zurück und richtet den Blick auf die belastende Arbeit von Fachleuten für psychische Gesundheit. Wie nimmt die russische Gesellschaft den Krieg wahr und warum bleibt Widerstand so selten? Welche Wirkung entfaltet staatliche Propaganda? Und was geschieht, wenn Ratsuchende Überzeugungen vertreten, die denen der Therapeutinnen widersprechen? Wo verlaufen die Grenzen professioneller Distanz, und wie lassen sie sich wahren, ohne die eigene Integrität, Sicherheit und seelische Stabilität zu gefährden?
Der Film entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Er ist ein kollektives Psychogramm des heutigen Russlands und eine Mahnung an alle Zivilgesellschaften über die Folgen von Militarisierung.

Regisseurin
Lena Karbe
Geboren 1986 in Leningrad
Diverse Studiengänge in Sankt Petersburg, New York, Oxford und München (HFF)
Gründung ihrer eigenen Produktionsfirma Karbe Film
Ihr Regiedebüt gab sie mit der Doku-Serie Chinese Dream (2018, Ko-Regie Tristan Coloma), über die
afrikanische Immigration nach China. Als Produzentin war sie an etlichen Spielfilmen beteiligt. Der von ihr produzierte Dokfilm Chaddr – Unter dem Fluss wurde beim DOK.fest München ausgezeichnet. Auch ihr Langfilm-Debüt Black Mambas über eine südafrikanische, nur aus Frauen bestehende, Anti-Wilderei-Einheit, erhielt zahlreiche Preise.
Innere Emigranten
D/F 2026, 93‘ | Orig. mit dt. Untertiteln | Deutschlandpremiere
Der Film von Lena Karbe läuft im Dokumentarfilmwettbewerb und wird an drei Tagen gezeigt.

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