Drei Stichwahlen am Sonntag

Karte: Martin Molter/Sylvia Kuska

In Schwerin, Wismar und Ueckermünde wird am Sonntag gewählt. Wer soll an der Spitze der Verwaltung stehen? Die Entscheidungen fallen in drei Stichwahlen. 

Wann kommt es zu Stichwahlen?

Um Bürgermeister oder Bürgermeisterin zu werden, müssen Kandidaten bei der Wahl mehr als 50 Prozent der Stimmen – also die absolute Mehrheit – erreichen. Eine solche Wahl war am 12. April 2026. Und zwar in diesen Städten: Schwerin, Wismar, Ueckermünde und Anklam. Die absolute Mehrheit der Stimmen zu erringen, gelang an diesem Abend nur in Anklam: Dort wurde Amtsinhaber Michael Galander (IfA) mit 72,1 Prozent der Stimmen auf Anhieb wiedergewählt. Er hatte einen Gegenkandidaten. 

In Schwerin und Ueckermünde traten am 12. April sieben Frauen und Männer an, in Wismar acht. Keiner von ihnen holte die absolute Mehrheit. Deshalb kommt es in diesen drei Städten am Sonntag zu Stichwahlen.

Stichwahlen finden immer zwei Wochen nach der Hauptwahl statt. Darin treten jeweils die beiden Bewerberinnen und Bewerber gegeneinander an, die in der jeweiligen Hauptwahl die meisten Stimmen erhielten. Folglich stehen nun auf allen Stimmzetteln zwei Namen.

Für die Entscheidung ist nun keine absolute Mehrheit erforderlich. Bei Stichwahlen gilt: Wer mehr Stimmen erhält, gewinnt.

Wer steht zur Wahl? 

In Schwerin treffen Sebastian Ehlers (CDU) und Mandy Pfeifer (SPD) in der Stichwahl aufeinander. Ehlers holte am 12. April 34,2 Prozent der Stimmen, Pfeifer 27,9 Prozent. Wahlberechtigt sind knapp 78.000 Bürgerinnen und Bürger. 

In Wismar treten Frank Junge (SPD) und Manuela Medrow (AfD) gegeneinander an. Junge erhielt in der Hauptwahl 42,1 Prozent der Stimmen, Medrow 20,5 Prozent. Wahlberechtigt sind rund 33.100 Bürgerinnen und Bürger. 

In Ueckermünde fällt die Entscheidung zwischen den beiden parteilosen Einzelbewerbern Karsten Berndt und Tino Spiegelberg. Berndt bekam am 12. April 33,8 Prozent der Wählerstimmen, Spiegelberg 20,9 Prozent. Wahlberechtigt sind rund 8.000 Bürgerinnen und Bürger. 

Drei Städte, eine Gemeinsamkeit  

Für alle drei Städte gilt: Nach der Stichwahl haben alle drei Verwaltungen einen neuen Chef oder eine neue Chefin. Grund: In Schwerin war Oberbürgermeister Rico Badenschier mit Wirkung vom 1. Januar 2026 zurückgetreten. Normalerweise hätte seine Amtszeit sieben Jahre betragen und bis 2030 gedauert. Die OB-Wahl in der Landeshauptstadt ist deshalb eine außerplanmäßige Wahl. 

In Wismar endet 2026 regulär die achtjährige Amtszeit von Thomas Beyer. Er war 16 Jahre im Amt und trat nicht noch einmal an. 

In Ueckermünde beträgt die Amtszeit für Bürgermeister/innen sieben Jahre. Die letzte Wahl fand 2019 statt. Die Amtszeit von Jürgen Kliewe endet also auch hier turnusgemäß. Er trat ebenfalls nicht noch einmal an. 

Sieben, acht oder neun Jahre?

Die Amtszeit eines Bürgermeisters bzw. einer Bürgermeisterin beträgt in hauptamtlich verwalteten Gemeinden von MV mindestens sieben und höchstens neun Jahre. Die genaue Amtszeit legt jede Gemeinde in ihrer Hauptsatzung fest.