
Ostern steht vor der Tür. Für viele eine Zeit mit freien Tagen. Wie wäre es mit einem Ausflug? Hier kommen drei Tipps aus Rostock, Schlagsdorf und Schwerin.
„Fluide Grenze“ in der DuG Rostock

Der Mauerfall am 9. November 1989. Für viele Menschen, die aus der DDR fliehen wollten, kam dieser Tag zu spät – Menschen haben Verfolgung und Haft erfahren, viele Flüchtlinge haben ihr Leben gelassen. Für die Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock stehen diese Menschen immer wieder im Mittelpunkt. Aktuell mit der Ausstellung „Fluide Grenze“ von Marie Jeschke. Mit Malerei, Installationen und ortsspezifischen Videos wirft sie noch bis 30. April einen unkonventionellen Blick auf das historische Trauma. Die Installationen sind direkt in die historischen Räumlichkeiten der DuG Rostock im Grünen Weg 5 integriert und schließen auch den sonst nur per Führung zugänglichen ehemaligen Freihof und Küchentrakt ein.
Wer die Gelegenheit nutzen möchte, mit der Künstlerin durch die Ausstellung zu gehen, sollte sich diesen Termin vormerken: 30. April, 16 Uhr. Am letzten Tag der Ausstellung laden Marie Jeschke, Kuratorin Susanne Burmester und DuG-Leiterin Dr. Steffi Brüning Besucherinnen und Besucher zu einem gemeinsamen Rundgang ein. Die Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock und die Ausstellung öffnen dienstags und donnerstags von 10 bis 15 Uhr. www.lpb-mv.de
Grenzhus Schlagsdorf

Die innerdeutsche Grenze – 40 Jahre lang teilte sie Deutschland in Ost und West. Ein Abschnitt verlief auch in Mecklenburg-Vorpommern. Das Grenzhus in Schlagsdorf erzählt seine Geschichte und Geschichten. Von Schlagsdorf, einer Gemeinde im ehemaligen Kreis Gadebusch, mitten im Sperrgebiet. Von Zwangsaussiedlungen und geschleiften Dörfern, Flucht und Lebensalltag im Grenzraum. Das Grenzhus hat täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Ganz neu für Besucher ist die „begehbare Grenzgeschichte“ auf dem Außengelände des Museums. Zwei Jahre lang wurde die Anlage umgestaltet. Sie hat neue Objekte und Nachbauten erhalten, ein neues Info-System und einen Audioguide. Auch der Zugang wurde verbessert. Ebenfalls auf dem Außengelände befindet sich nun ein „Offenes Archiv“. Mit ihm können Großobjekte zur Grenzgeschichte sach- und fachgerecht sowie öffentlich zugänglich aufbewahrt werden. Einweihung: 28. März, 14 Uhr.
Daneben gibt es auch einen Grenzparcours. Er heißt „Grenzwege Schlagsdorf“, ist ungefähr 3,5 Kilometer lang und führt vom Grenzhus zur ehemaligen Grenzlinie. 14 Stationen flankieren den Weg und geben Einblick in historische Ereignisse und Wandel der Landschaft. Der Grenzparcours hat keine Öffnungszeiten: Er ist jederzeit zugänglich. www.grenzhus.de
Memorial im Dokzentrum Schwerin

Das Dokumentationszentrum für die Opfer der Diktaturen in Deutschland in Schwerin: Wie kaum ein anderer Ort in der Region steht die Gedenkstätte für politisches Unrecht und staatliche Verfolgung im 20. Jahrhundert. In einer dreiteiligen Dauerausstellung erhalten Besucherinnen und Besucher Einblick in die wechselvolle Wirkungsgeschichte des 1916 errichteten Schweriner Gerichts- und Gefängniskomplexes. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Schicksale der Häftlinge, die während der Zeit des Nationalsozialismus, der sowjetischen Besatzungszeit und der SED-Diktatur aus politischen Gründen verfolgt, inhaftiert und verurteilt wurden.
Bis 30. April können Besucherinnen und Besucher auch eine Sonderausstellung sehen: „Das andere Russland. Memorial: 35 Jahre Kampf um historische Wahrheit und Demokratie.“ Die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete und in Russland inzwischen verbotene Menschenrechtsorganisation Memorial gehört zu den schärfsten Kritikern des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine. Die Wanderausstellung stellt schlaglichtartig die Geschichte der Menschenrechtsverletzungen und das Engagement der Organisation für ein demokratisches Russland in der Zeit von 1989 bis heute vor und ist erstmals in MV zu sehen. Das Dokzentrum und die Ausstellungen öffnen dienstags bis freitags von 12.30 bis 16 Uhr. Am Karfreitag ist das Dokzentrum geschlossen. www.dokumentationszentrum-schwerin.de