
Nach Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten öffnet das Besucherzentrum der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin vom 1. März an. Den Auftakt macht ein Tag der offenen Tür.
Kostenfreie Führungen
Bei freiem Eintritt bietet sich am Sonntag von 11 Uhr bis 16 Uhr die Gelegenheit, das „neue“ Besucherzentrum in Wöbbelin zu besichtigen, dort zu verweilen und dank kostenfreier Führungen in die besondere Geschichte des Ortes im 19. und 20. Jahrhundert einzutauchen.
„Nach etwa einjährigen Bauarbeiten, in denen die Ausstellungen zum Konzentrationslager Wöbbelin sowie zum Leben und Nachleben Theodor Körners leider geschlossen bleiben mussten, freuen wir uns sehr, wieder Besucherinnen und Besucher in unserem Haus begrüßen zu können“, freut sich die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten, Anja Pinnau. Geplant sind Führungen durch die beiden Dauerausstellungen sowie Begegnungen mit den Lebensgeschichten einzelner KZ-Häftlinge. Auch Angebote für Kinder stehen auf dem Programm.
Programm
| 11 Uhr – 16 Uhr | Tag der offenen Tür |
| 11:30 Uhr – 12 Uhr | Führung „Zehn Wochen KZ Wöbbelin“ |
| 12:15 Uhr – 12:45 Uhr | Führung „Theodor Körner – Poet und Patriot. Seine Erhebung zum Idol“ |
| 13 Uhr – 13:30 Uhr | Opfer und Überlebende des KZ Wöbbelin: Lesung aus ausgewählten Biografien |
| 14 Uhr – 14:30 Uhr | Führung „Zehn Wochen KZ Wöbbelin“ |
| 14:45 Uhr – 15:15 Uhr | „Stille Zeugnisse“ – Künstlerinnengespräch zu ausgewählten Fotografien |
| 15:30 Uhr – 16 Uhr | Opfer und Überlebende des KZ Wöbbelin: Lesung aus ausgewählten Biografien |
Mahn- und Gedenkstätten klären auf
Das Konzentrationslager zwischen Wöbbelin und Ludwigslust bestand zehn Wochen im Jahr 1945, war das letzte Außenlager des KZ Neuengamme und forderte etwa 1.000 Menschenleben. Als US-amerikanische Militärtruppen das KZ Wöbbelin am 2. Mai 1945 befreiten, fanden sie auf dem Gelände 500 Leichen, die nur noch achtlos liegengelassen wurden.
Auf Befehl der amerikanischen Militärbehörden wurden diese Opfer am 7. Mai und 8. Mai 1945 in verschiedenen Orten der Region unter Teilnahmepflicht der Bevölkerung in Einzelgräbern beigesetzt. Auf dem Außengelände hinter dem Besucherzentrum in Wöbbelin fanden hierbei mehr als 160 Opfer des Konzentrationslagers ihre letzte Ruhe.
Neben dem Ehrenfriedhof für die KZ-Opfer liegt bereits seit 1813 das Grab des Dichters und Freikorpskämpfers Theodor Körner.
Bessere Bedingungen für Schulklassen
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des Teams der Mahn- und Gedenkstätten liegt in der Bildungsarbeit: Zahlreiche Schulklassen aus Ludwigslust-Parchim und der weiteren Umgebung besuchen jedes Jahr Wöbbelin. Dank eines neuen Seminarraums wurden die Bedingungen hierfür enorm verbessert.
Zugleich wurde die Wärmeversorgung des Hauses auf den neuesten Stand der Technik gebracht und neue Büroflächen im Obergeschoss geschaffen. Die Gesamtkosten der Sanierung beliefen sich auf rund 750.000 Euro, die aus Mitteln des PMO-Vermögens stammen. Darüber hinaus wurden etwa 35 000 Euro vom Staatlichen Amt für Gesundheit und Soziales des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die Einrichtung der Büros und Seminarräume bereitgestellt.
Die Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin werden vom Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e.V. getragen. Mitglieder sind zahlreiche Gemeinden und Städte des Kreises.

Ludwigsluster Straße 2b
19288 Wöbbelin