
Das Schuljahr hat Halbzeit. Und macht jetzt Ferien. Für alle, die nicht in den Urlaub fahren: Unsere Tipps für Ausflüge in die Geschichte des Landes.
Mit dem Handy auf Zeitreise

Sind euch im Fußweg auch schon mal kleine, quadratische Steine mit Namen aufgefallen? Das sind „Stolpersteine“. Sie erinnern an das Schicksal von Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet oder vertrieben wurden. Die Steine liegen dort, wo diese Menschen zuletzt gelebt oder gearbeitet haben. In Greifswald, Schwerin, Stralsund, Waren (Müritz) und Wismar könnt ihr mithilfe einer App mehr über diese Menschen erfahren. Alles, was ihr dazu braucht, ist die kostenlose App „Stolpersteine digital“.
Wenn ihr vor einem Stolperstein steht, könnt ihr ihn über die App mit eurer Handy-Kamera scannen. Dann seht ihr auf dem Handy, wer die Menschen waren, an die diese Steine erinnern. Mit eingeschalter Ortungsfunktion zeigt euch eine Karte auch an, wo der nächste Stolperstein in eurer Nähe liegt. Probiert es doch einmal aus – in Greifswald, Schwerin, Stralsund, Waren (Müritz) und Wismar. Rostock und Pasewalk sollen auch bald dazukommen.
Der Golm auf Usedom

Der Golm ist die höchste Erhebung auf Usedom – und die größte Kriegsgräberstätte des Landes. Auf den Wiesen stehen Grabsteine, Kreuze und Namenstafeln. Sie erinnern an den 12. März 1945. Jenen Tag, an dem die US-Luftwaffe Swinemünde angriff. Mehrere tausend Menschen fielen den Bomben zum Opfer. In der Dauerausstellung „Gesichter des 12. März 1945“ könnt ihr mehr über einzelne Schicksale erfahren. Ihr findet den Golm in der Nähe von Kamminke, einem kleinen Ort an der polnischen Grenze. Das Gelände ist das ganze Jahr über zugänglich und kostet keinen Eintritt.
Historisch-Technisches Museum Peenemünde
Geschichte findet ihr auch am anderen Ende der Insel Usedom: in Peenemünde. In den roten Backsteingebäuden forschten Ingenieure und Techniker zwischen 1936 und 1945 an Raketen und Technik, die ihrer Zeit weit voraus waren. Im Oktober 1942 erfolgte hier der weltweit erste Start einer Rakete ins All. Dieser Fortschritt hatte jedoch eine dunkle Seite: Er diente allein dem Zweck, neue Waffen für den Krieg zu entwickeln und militärische Überlegenheit zu schaffen. Mit fatalen Folgen für das Leben tausender Menschen. Dazu zählen nicht nur die Toten und Verletzten durch Raketenangriffe, sondern auch unzählige KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die in der Heeresversuchsanstalt zur Arbeit gezwungen wurden.
Heute befindet sich auf dem Gelände das Historisch-Technische Museum Peenemünde. Mit Ausstellungen, die drin und draußen die historischen Ereignisse dokumentieren. Wer möchte, kann auch mit einem gläsernen Aufzug aufs Dach des Kraftwerks fahren. Dort befindet sich ein Aussichtspunkt. Im Winter öffnet das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 16 Uhr.
Grenzhus Schlagsdorf

Die innerdeutsche Grenze – 40 Jahre lang teilte sie Deutschland in Ost und West. Ein Abschnitt verlief auch in Mecklenburg-Vorpommern entlang. Das Grenzhus in Schlagsdorf erzählt seine Geschichte und Geschichten. Von Schlagsdorf, einer Gemeinde im ehemaligen Kreis Gadebusch, mitten im Sperrgebiet. Von Zwangsaussiedlungen und geschleiften Dörfern, Flucht und Lebensalltag im Grenzraum. Auf dem Außengelände gibt das Museum Einblick in den Aufbau der Grenze – mit modellhaft zusammengerücktem Grenzsignal- und Sperrzaun, Beobachtungsturm und Grenzzaun. Das Grenzhus hat täglich von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet.
Daneben gibt es auch noch einen Grenzparcours. Er heißt „Grenzwege Schlagsdorf“, ist ungefähr 3,5 Kilometer lang und führt vom Grenzhus zur ehemaligen Grenzlinie. 14 Stationen flankieren den Weg und geben Einblick in historische Ereignisse und Wandel der Landschaft. Der Grenzparcours hat keine Öffnungszeiten: Hier könnt ihr jederzeit langgehen.
Welt-Erbe-Haus Wismar

Wismar, Lübsche Straße 23. Hier steht eines der ältesten Kaufmannshäuser der Stadt. „Welt-Erbe-Haus“ steht groß an der Fassade. Hinter seiner Tür wird die Geschichte der Hansestadt lebendig. An vielen interaktiven Stationen könnt ihr sehen, wie Bürger ihre Stadt bauten, Regeln die Stadt formten, Handel Wohlstand brachte, Kaufleute das Dielenhaus erfanden – und all das viele Jahrhunderte später die Altstadt von Wismar (gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund) zu einem Weltkulturerbe machte. Im Winter öffnet das Welt-Erbe-Haus täglich von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Freilichtmuseum Groß Raden
Wie lebten die Menschen früher in unserer Region? Das könnt ihr euch im Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden anschauen. Das Museum liegt wenige Kilometer nördlich von Sternberg und dreht das Rad der Zeit mehr als 1.000 Jahre zurück. Zurück zu den Slawen und Wikingern und ihrem Alltag. Wie sie lebten und arbeiteten, könnt ihr euch auf dem Außengelände in originalgetreu nachgebauten Wohn- und Handwerksstätten anschauen. Eine „Schatzkammer“ stellt Funde aus der Slawenzeit zur Schau. Dauer- und Sonderausstellungen gibt es auch. Im Winter öffnet das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 16.30 Uhr.