
35 Jahre Deutsche Einheit. Knapp 40 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern haben sich am Montag in Schlagsdorf getroffen, um an den Mauerfall 1989 und die Wiedervereingung 1990 zu erinnern. Auch zwei Preise des Geschichtswettbewerbs wurden bei dem Treffen vergeben.
Zentrales Anliegen der jährlichen Begegnung ist es, die Bedeutung von Freiheit und Demokratie im Licht der deutschen Teilungsgeschichte sichtbar zu machen und mit aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verbinden. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12/13 haben Wettbewerbsbeiträge vorgestellt, die sich mit historischen Spuren der Teilung in ihren Heimatorten sowie mit Fragen der Erinnerungskultur, des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Vertrauens in demokratische Prozesse beschäftigen. Schüler/innen aus Uetersen, Elmshorn und Büchen in Schleswig-Holstein sowie aus Rostock, Schwerin und Wittenburg in Mecklenburg-Vorpommern haben sich beteiligt. Sie gestalteten Poster und digitale Präsentationen, produzierten einen Podcast oder drehten Filme, schrieben Kurzgeschichten oder einen Poetry Slam.
Folgende Beiträge haben gewonnen:
- Siegerinnen der Kategorie „Regionale Schulen“:
Jilljana Kleye und Mia Rott, Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule Büchen
Titel: „Zwei Gedanken – ein Gefühl“ - Siegerin der Kategorie „Gymnasien“:
Elisa Liebrecht, Musikgymnasium „Käthe Kollwitz“ Rostock
Titel: „Goldene Wellen, graue Zeiten – 35 Jahre deutsche Einheit in Rostock“
Die Preisträger/innen wurden von Dr. Christian Meyer-Heidemann, Landesbeauftragter für politische Bildung Schleswig-Holstein, und Jochen Schmidt, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, ausgezeichnet.
Im Anschluss an die Preisverleihung haben sich die Schülerinnen und Schüler in Workshops mit Fragen der Erinnerungskultur, dem Umgang mit Geschichte in Zeiten digitaler Medien sowie persönlichen Perspektiven von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auseinandergesetzt. Am Nachmittag hat Bildungsministerin Simone Oldenburg mit Schülerinnen und Schülern über die Zeit der Friedlichen Revolution und die deutsche Wiedervereinigung diskutiert.
„Die Friedliche Revolution und der Mauerfall haben Menschen Mut gemacht, für Demokratie und Freiheit einzutreten. Diese Errungenschaften sind nicht selbstverständlich – sie müssen immer wieder neu verteidigt und mit Leben gefüllt werden. Dass junge Menschen heute nach Spuren der Teilung und Einheit in ihrer eigenen Lebenswelt suchen, zeigt: Erinnerungskultur ist nicht rückwärtsgewandt, sondern ein aktiver Beitrag zur Gestaltung unserer gemeinsamen Zukunft“, so Oldenburg.
„Die Deutsche Einheit ist nicht abgeschlossen. Sie bleibt eine fortwährende Aufgabe. Unsere Schülerinnen und Schüler setzen sich im Unterricht damit auseinander. Das trägt wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratischem Miteinander bei“, sagte Dorit Stenke, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein.
Die Schülerbegegnung findet jährlich rund um den 9. November statt. Die Region Schlagsdorf steht in besonderer Weise für die Geschichte der innerdeutschen Grenze. Ziel des Wettbewerbs ist es, historische Erfahrungen für junge Menschen erfahrbar zu machen und zur aktiven Teilnahme an demokratischer Gestaltung anzuregen.
Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, dem Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern in Kooperation mit dem Landesbeauftragten für politische Bildung Schleswig-Holstein, der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern und dem Grenzhus Schlagsdorf.
