
Flucht und Grenzregime. So heißt das Thema am Donnerstag und Freitag beim 21. Bützow-Forum zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Hier der Hintergrund und das Programm.
Hintergrund
Dieses Jahr jährt sich die Deutsche Einheit zum 35. Mal. Bis 1989/90 waren Europa wie Deutschland durch den „Eisernen Vorhang” geteilt. Spätestens mit der vollständigen Abriegelung 1961 (Mauerbau in Berlin) war deutlich geworden, dass diese Trennung eine Existenzbedingung für die SED-Diktatur darstellte. Zwischen 1949 und 1961 hatten ca. 2,7 Millionen Menschen die DDR verlassen. Danach verschärften sich die Bedingungen für eine Flucht drastisch. Für die DDR-Nordbezirke Schwerin
und Rostock führte der gefährliche Weg in die Freiheit über die Ostsee oder über die „grüne“, zunehmend stark gesicherte Grenze zu Lande bzw. durch die Elbe.
Rückblickend stellen sich verschiedene Fragen: Warum entschieden sich Menschen für den einen
oder den anderen Fluchtweg? Wie waren die Grenzanlagen an Land und zur See beschaffen?
Welches Schicksal erwartete diejenigen, die beim Fluchtversuch scheiterten? Wie prägte das
Leben an der See- oder Landgrenze den Alltag im Sperrgebiet? Und wie haben die Menschen
jenseits der Grenze – in der Bundesrepublik oder in Dänemark – die Geschichte von Grenze und
Flucht wahrgenommen?
Die Tagung kombiniert Fachvorträge, Diskussionen und eine Filmaufführung. Zudem präsentieren Schülerinnen und Schüler des Gymnasium Sternbergs Ergebnisse ihrer Projektarbeit mit dem „Bildungsforum am Grenzhus Schlagsdorf“ und suchen das Gespräch mit Zeitzeugen und dem Publikum. Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit, sondern ebenso werden Bezüge in der Gegenwart in den Blick genommen.
Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen und ist auch als Lehrerfortbildung anerkannt.
Kompakt

Programm
Donnerstag, 6. November 2025
Krummes Haus, Schlossplatz 2, 18246 Bützow
14.30 Uhr: Gedenkveranstaltung am Denkmal für die politischen Häftlinge der DDR in den Bützower Gefängnissen (öffentliche Veranstaltung)
Andacht mit Pastorin Johanna Levetzow
Rathaus Bützow, Am Markt 1, 18246 Bützow
16 Uhr: Begrüßung
Burkhard Bley, Landesbeauftragter
Christian Grüschow, Bürgermeister der Stadt Bützow
Gesamtmoderation der Tagung:
Dr. Lars Tschirschwitz, Stellv. Landesbeauftragter
16.25 Uhr: Vortrag: Fluchtroute Ostsee
Jesper Clemmensen, Autor aus Dänemark
16.45 Uhr: Diskussion u.a. mit Jesper Clemmensen und Zeitzeugen
Rathaus Bützow, Am Markt 1, 18246 Bützow
19.30 Uhr: Film – Fluchtweg Ostsee – mit anschließendem Gespräch
Freitag, 7. November 2025
Rathaus Bützow, Am Markt 1, 18246 Bützow
9 Uhr: Vortrag: Die Geschichte der innerdeutschen Grenze
Luisa Taschner, Pädagogische Leiterin des Grenzhus Schlagsdorf
9.45 Uhr: Einführung zum Schulprojekt des Gymnasiums Sternberg
10 Uhr: Thematische Inputs der Schülerinnen/Schüler & Gespräche mit Zeitzeugen Harald Gallert, Wolfgang May & Asem Alsayjare
12 Uhr: Reflektion des Schulprojekts mit Teilnehmenden
13.30 Uhr: Ende der Tagung
Tagesgäste sind herzlich willkommen und können sich beim Landesbüro der Friedrich-Ebert-Stiftung MV per Mail schwerin@fes.de oder online unter www.fes-mv.de anmelden.
Kontakt
Friedrich-Ebert-Stiftung
Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern
Arsenalstraße 8
19053 Schwerin
Telefon 0385 – 512 596
Mail: Schwerin@fes.de
