Anklam und die Friedliche Revolution

Markus Meckel. Foto: Emanuela Danielewicz

Anklam zwischen Aufbruch und Wiedervereinigung: die Veranstaltungsreihe. Am 6. November kommt Markus Meckel zum Gespräch mit dem Historiker Christoph Wunnicke.


Im Herbst 1989 wurde auch Anklam zum Schauplatz tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Neue oppositionelle Gruppen entstanden, und die Bevölkerung forderte in Resolutionen, Demonstrationen und Bürgerversammlungen eine demokratische Neuordnung.

In diesen Wochen trat auf nationaler Ebene Markus Meckel in den Vordergrund – einer der zentralen Akteure der Friedlichen Revolution. Er forderte schon früh freie Wahlen, Meinungsfreiheit und die Achtung der Menschenrechte. Er wurde im April 1990 zum letzten Außenminister der DDR berufen
und saß am Verhandlungstisch der Zwei-plus-Vier-Gespräche.

Ein knappes Jahrzehnt später unterstützte er den in Anklam geborenen Günter Schabowski (Mitglied des Politbüros des ZK der SED), dessen berühmte Pressekonferenz vom 9. November 1989 zum Symbol für den Fall der Mauer wurde. Meckel würdigte Schabowskis späte Einsicht in den Wandel der Zeit und unterstützte dessen Versuch, im Rückblick Verantwortung zu übernehmen.

Diese Aspekte, aber auch die lokale Protestgeschichte, kulturelle Selbstvergewisserung und der politische Kurswechsel stehen im Zentrum der Veranstaltung. Das Publikum ist herzlich eingeladen, sich mit seinen Erfahrungen und Ansichten einzubringen.

6. November, 18 Uhr

Ehemaliges Wehrmachtgefängnis Anklam
Eingang Friedländer Landstraße 3a, 17389 Anklam

Der Eintritt ist frei.


Markus Meckel

…gehörte von 1990 bis 2009 dem Deutschen Bundestag an. Er wuchs in der DDR auf, ist evangelischer Pfarrer und gehörte seit den 70er-Jahren zur Opposition. 1989 initiierte er die Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR und wurde deren stellv. Vorsitzender. Er saß am Zentralen Runden Tisch und war nach der freien Wahl 1990 Abgeordneter und Außenminister (April–August 1990) und nahm als solcher an den 2+4-Gesprächen teil, die zur Deutschen Einheit führten.


Begleitende Ausstellung

Die Ausstellung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“ erzählt vom Umgang mit der Geschichte der SED-Diktatur und der deutschen Teilung. 20 Tafeln präsentieren prägnante Texte, 110 Fotos, Faksimiles, Statistiken und Karikaturen, die zentrale Wegmarken der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschreiben – von der Offenlegung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit über die Erinnerung an Stasi-Gefängnisse wie das berüchtigte „Gelbe Elend“ in Bautzen bis hin zu Fragen der justiziellen Aufarbeitung.

Öffnungszeiten bis 7. November
jeweils donnerstags von 15 bis 19 Uhr und
jeden zweiten Sonntag von 13 bis 17 Uhr

Ehemaliges Wehrmachtgefängnis Anklam
Eingang Friedländer Landstraße 3a, 17389 Anklam

Der Eintritt ist frei.


Die Veranstaltungsreihe

Eine Kooperationsveranstaltung von DemokratieLaden Anklam/LpB MV, Hansestadt Anklam und Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur