
Anklam zwischen Aufbruch und Wiedervereinigung: die Veranstaltungsreihe. Zu sehen ist die Ausstellung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“ – und in Teil 2 der Reihe: „Unsere Kinder.“ Eine DEFA-Doku aus dem Jahr 1989.
Die Ausstellung
Die Ausstellung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“ erzählt vom Umgang mit der Geschichte der SED-Diktatur und der deutschen Teilung. 20 Tafeln präsentieren prägnante Texte, 110 Fotos, Faksimiles, Statistiken und Karikaturen, die zentrale Wegmarken der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschreiben – von der Offenlegung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit über die Erinnerung an Stasi-Gefängnisse wie das berüchtigte „Gelbe Elend“ in Bautzen bis hin zu Fragen der justiziellen Aufarbeitung.
Öffnungszeiten bis 7. November
jeweils donnerstags von 15 bis 19 Uhr und
jeden zweiten Sonntag von 13 bis 17 Uhr
Ehemaliges Wehrmachtgefängnis Anklam
Eingang Friedländer Landstraße 3a, 17389 Anklam
Der Eintritt ist frei.
Der Film
„Unsere Kinder“
23. Oktober, 18 Uhr
DEFA Dokumentarfilm
Regie: Roland Steiner, 1989
Der Dokumentarfilmer Roland Steiner präsentierte bei der 32. Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1989 seinen Film „Unsere Kinder“, für den er über längere Zeit Jugendliche in der DDR begleitet und porträtiert hatte. Die Jugendorganisation der Staatspartei SED, die „Freie Deutsche Jugend“, spielt im Leben der gezeigten jungen Menschen keine Rolle, sie suchten Identität und Sinn in selbst organisierter Gemeinschaft. Gruppen von Punks, Skinheads, Neonazis, Gruftis waren, das zeigt Steiners Film, vor allem in Berlin entstanden, entzogen sich nach Möglichkeit staatlicher Kontrolle und orientierten sich an Vorbildern in westlichen Subkulturen.
Doch auch in der Provinz gab es junge Menschen, die den staatlichen Massenorganisationen zunehmend gleichgültig gegenüberstanden. Musik spielte dabei fast immer eine zentrale Rolle. Rex Joswig, 1962 in Anklam geboren, wuchs in Neubrandenburg auf und zog 1981 nach Berlin, wo er 1987 die Band „Herbst in Peking“ gründete und bis heute lebt. Joswig und seinen musikalischen Mitstreitern wurde im Juli 1989 die Auftrittserlaubnis entzogen. Bei einem Konzert hatten sie zu einer Schweigeminute für die Opfer des Massakers vom Platz des Himmlischen Friedens in Peking aufgerufen. Rex Joswig reiste noch im Oktober über Ungarn in die Bundesrepublik aus.
Zusammen mit Gästen, Experten und dem Publikum möchten die Veranstalter über den Film sprechen und an die Jugendsubkulturen im letzten Jahrzehnt der DDR erinnern, die nachträglich wenig beachtet, vom Ministerium für Staatssicherheit der DDR jedoch genau beobachtet wurden.
Gespräch mit Zeitzeuge Rex Joswig und dem Leiter des Stasiunterlagenarchivs Rostock/Waldeck, Dr. Volker Höffer. Moderation: Dr. Lars Tschirschwitz, stellvertretender Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur
Die Veranstaltungsreihe

Eine Kooperationsveranstaltung von DemokratieLaden Anklam/LpB MV, Hansestadt Anklam und Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur