Die DDR in der Erinnerungskultur

Der Flyer zur Reihe. Drei Veranstaltungen sind geplant.

Anklam zwischen Aufbruch und Wiedervereinigung – die Veranstaltungsreihe. Los geht’s am 25. September mit der Ausstellungseröffnung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“ und dem Film „Stilles Land“.


Die Ausstellung

Die Ausstellung „Aufarbeitung. Die DDR in der Erinnerungskultur“ erzählt vom Umgang mit der Geschichte der SED-Diktatur und der deutschen Teilung. 20 Tafeln präsentieren prägnante Texte, 110 Fotos, Faksimiles, Statistiken und Karikaturen, die zentrale Wegmarken der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschreiben – von der Offenlegung der Akten des Ministeriums für Staatssicherheit über die Erinnerung an Stasi-Gefängnisse wie das berüchtigte „Gelbe Elend“ in Bautzen bis hin zu Fragen der justiziellen Aufarbeitung.

Öffnungszeiten bis 7. November
jeweils Donnerstags von 15 bis 19 Uhr und
jeden zweiten Sonntag von 13 bis 17 Uhr

Ehemaliges Wehrmachtgefängnis Anklam
Eingang Friedländer Landstraße 3a, 17389 Anklam

Der Eintritt ist frei.


Der Film

Jeannette Arndt , Thorsten Merten © Pandora Film/Foto: Thomas Spikermann

„Stilles Land“

25. September, 18 Uhr

Regie: Andreas Dresen, 1992, 98 Minuten

Als im Herbst 1989 die politischen Verhältnisse in der DDR revolutioniert wurden, kam es auch in Anklam zu nächtlichen Demonstrationen, Versammlungen im Theater, im Volkshaus und später zu Wortmeldungen am „Runden Tisch“. Als Rückblick in diese lokale Umbruchzeit dient Andreas Dresens Debütfilm Stilles Land (1992), der – teils vor Ort in Anklam gedreht – die Atmosphäre jener Wochen einfängt: Ein Theaterensemble probt Becketts Warten auf Godot, während draußen die Weltgeschichte Fahrt aufnimmt.

Tatsächlich bekannte sich bereits am 22. Oktober 1989 ein Teil des Anklamer Theaterkollektivs offen zum Neuen Forum, was die Staatssicherheit prompt zur Beobachtung veranlasste. Nur Tage später – am 24. Oktober – demonstrierten 4.000 Menschen in der Stadt. Am selben Tag versammelten sich zudem 400 Teilnehmer zu einer Veranstaltung in der Marienkirche. Dort wurde eine Resolution verlesen, die von Arbeitern des Möbelwerkes, des Landtechnischen Instandsetzungswerkes sowie des Kreisbetriebes für Landtechnik unterzeichnet worden war.

Der Film zeigt Anklams Theater als verdichteten Mikrokosmos gesellschaftlicher Bewegung. In der nebligen Landschaft Anklams, die Dresen ins Bild setzt, verdichten sich Isolation und Hoffnung, Scheitern und Aufbruchwille. All diese Themen – der reale Umbruch in Anklam 1989, das Ringen um neue demokratische Strukturen und dessen Darstellung im Film – werden in der Veranstaltung mit Zeitzeugen, darunter ehemalige Mitglieder des Anklamer Runden Tisches, diskutiert. Die Moderation übernimmt der Historiker Christoph Wunnicke.


Die Veranstaltungsreihe

Eine Kooperationsveranstaltung von DemokratieLaden Anklam/LpB MV, Hansestadt Anklam und Landesbeauftragter für MV für die Aufarbeitung der SED-Diktatur