Auf den Spuren von Anne Frank

Vom / Demokratie, Landeskunde

Ein Blick ins Tagebuch von Anne Frank. Foto: Gregor Zielke

Anne Frank. Ihr Name ist ein Symbol für die Schrecken der Nazi-Herrschaft, ihr Tagebuch weltberühmt. In Erinnerung an ihr Schicksal und die Verbrechen des Nationalsozialismus gibt es für Schulen alljährlich einen bundesweiten Aktionstag: den Anne Frank Tag. Wer dabei sein möchte, kann sich bis zum 14. März bewerben. 

Was ist der Anne Frank Tag?

Der Anne Frank Tag ist ein bundesweiter Aktionstag an Schulen gegen Rassismus und Antisemitismus. Er wurde 2017 ins Leben gerufen und findet jedes Jahr am 12. Juni statt – dem Geburtstag von Anne Frank. Veranstalter ist das Anne Frank Zentrum in Berlin. Der Aktionstag soll Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte anregen, sich anhand der Geschichte von Anne Frank mit dem Nationalsozialismus, aber auch mit Antisemitismus und Rassismus in der Gegenwart zu befassen. 

In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto „Der Geschichte auf der Spur“. Es soll Jugendliche und Lehrkräfte animieren, sich über Anne Frank hinaus am Beispiel ihres Ortes und der damals dort lebenden Personen mit der NS-Zeit zu beschäftigen. 

Im vergangenen Jahr machten bundesweit mehr als 650 Schulen beim Anne Frank Tag mit. In Mecklenburg-Vorpommern waren sechs Schulen dabei. In diesem Jahr haben sich in MV bislang 14 Schulen angemeldet – so viele wie noch nie. 

Wer war Anne Frank?

Anne Frank, Mai 1942

Anne Frank wird 1929 als Kind jüdischer Eltern in Frankfurt am Main geboren. 1933 flüchtet ihre Familie vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam. Als die deutschen Truppen im Mai 1940 in die Niederlande einmarschieren, sind jüdische Menschen auch hier nicht mehr sicher. Anne Franks Vater verliert seine Firma. Anne und ihre drei Jahre ältere Schwester Margot müssen in jüdische Schulen wechseln. Im Sommer 1942 soll Margot zum „Arbeitsdienst nach Deutschland“. Die Eltern fürchten um Margots Leben, beschließen unterzutauchen.

Zwei Jahre lang verstecken sie sich in einem Hinterhaus. Hier schreibt Anne Frank ihr berühmtes Tagebuch. Im August 1944 finden Polizisten das Versteck. Anne Frank und ihre Familie werden deportiert. Zunächst nach Auschwitz. Später kommen die Schwestern ins KZ Bergen-Belsen. Hier sterben sie Anfang 1945. Da ist Anne Frank 15 Jahre alt. Vater Otto überlebt als einziger der Familie den Krieg und veröffentlicht 1947 das Tagebuch. 

Wie können Schulen mitmachen? 

Schulen, die beim Anne Frank Tag mitmachen möchten, können sich bis zum 14. März 2024 online anmelden. Das Anne Frank Zentrum stellt ihnen kostenfrei analoge und digitale Lernmaterialien zur Verfügung. Dazu gehören eine Plakatausstellung, Arbeitsblätter, Videos mit einer Zeitzeugin sowie ein pädagogischer Leitfaden für Lehrkräfte. Darüber hinaus können Schulen eigene Aktionen planen. Zum Beispiel Lesungen, Theateraufführungen, historische Stadtrallys, biografische Recherchen zu Stolpersteinen in der Nähe, Diskussionsveranstaltungen oder Gespräche mit Zeitzeuginnen oder Zeitzeugen. 

Wo gibt es weitere Infos? 

Alle Details zum Aktionstag, eine Übersicht mit teilnehmenden Schulen und das Anmeldeformular gibt es auf der Homepage des Anne Frank Tags unter www.annefranktag.de. Auch Lernmaterialien der vergangenen Jahre können hier heruntergeladen werden. 

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