Jüdisches Leben in Pommern

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland bedeuten auch mehr als ein halbes Jahrtausend jüdisches Leben in Vorpommern. Diese Geschichte, von Landschaftsnamen bis zum gelebten Glauben und der Vertreibung und Ermordung der verfolgten Minderheit, erzählen die Historiker Jörg Hackmann und Christoph Wunnicke am 13. August in Ramin.

Die Veranstaltung

Jüdisches Leben in Pommern – ein musikalisch-historischer Abend

13. August, 18 Uhr im Gutshaus Ramin, Dorfstraße 41, 17321 Ramin

Der Eintritt ist frei.

Die Geschichte jüdischen Lebens in Pommern

Vorpommerns Landschaft wird noch heute von etlichen „Judenbergen“ geprägt, auch wenn man oft nicht weiß, warum sie so heißen. Geistiges Zentrum des pommerschen Judentums war zwar Stettin, wo der Rabbiner Heinemann Vogelstein führender Vertreter des liberalen Judentums war, aber jüdische Gemeinden gab es auch in vielen anderen vorpommerschen Städten und Städtchen. War in Greifswald im 18. Jh. die Lehrsynagoge Ausdruck der Auseinandersetzung des Christentums mit dem Judentum und J. F. Behrend ein Jahrhundert später erster Rektor jüdischen Glaubens an einer Universität in Preußen, wirkten Anfang des 19. Jh. auf dem Land Juden wie der Agrarreformer Arthur Becker in Bartmannshagen. Antisemitismus jedoch war ständiger Begleiter jüdischen Lebens in Vorpommern.

Julius Lippmann, von 1919 bis 1930 Oberpräsident der Provinz Pommern, wurde 1933 „nur“ zum Rücktritt gedrängt. Mit der Deportation von Juden aus dem Regierungsbezirk Stettin am 13. Februar 1940 begann hingegen die systematische Ausrottung der Juden in Europa.

Die sechs Kapitel zur Geschichte werden von Kay-Gunter Pusch (Tenor), Ulf Rust (Trompete) und Christiane Nowotzin-Roelofs (Klavier) mit Musik von unter dem NS-Regime verfemten jüdischen Komponisten umrahmt. Die Spannweite dieses musikalischen Bogens reicht von sakraler Synagogal-Musik bis zu Filmmusiken der Weimarer Zeit.

Hintergrund

Die Veranstaltung richtet sich nach den geltenden Bestimmungen der Corona-Landesverordnung zum Veranstaltungszeitpunkt. Fragen zur Barrierefreiheit richten Sie bitte an die Veranstalter.

Eine Veranstaltung des Demokratieladens Anklam, der Friedrich-Ebert-Stiftung und des polenmARkT e. V.