Demokratie auf Achse

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Das Kulturjournal (NDR) hat den Demokratiebus begleitet. Hier der Beitrag.

Seit 2008 ist der Demokratiebus unterwegs und hat auf seiner Tour durch MV mehr als 200.000 Kilometer zurückgelegt. Er macht Halt auf Schulhöfen und Marktplätzen. Ein mobiles Angebot der Landeszentrale für politische Bildung MV in Kooperation mit der Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Foto: Wiebke Marcinkowski

„Wir kennen fast jeden Marktplatz“

Carsten Socke gehört zum Team der LpB, das mit dem Demokratiebus durch MV fährt. Wir sprachen mit ihm über politische Bildung auf Achse, Projekttage an Schulen, Besuche in JVAs – und über die Corona-Pause.

Demokratie auf Achse. Welche Idee steckt eigentlich dahinter?

Carsten Socke: Politische Bildung muss raus zu den Leuten. Man darf nicht nur darauf warten, dass Interessierte sich zu einem Seminar anmelden. Mit dem Demokratiebus wollen wir ein möglichst unkompliziertes Angebot der politischen Bildung unterbreiten. Auch deshalb stellen wir uns im Sommer einfach auf die Marktplätze in MV.

Raus zu den Leuten, das heißt?

Auch in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist es nötig, im ganzen Land präsent zu sein. Deshalb begreifen wir den Demokratiebus als rollende Außenstelle der Landeszentrale für politische Bildung. An Bord kooperieren wir eng mit der Landesbeauftragten für Mecklenburg-Vorpommern für die Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Wo war der Bus schon überall?

Schwere Frage! Ich glaube, wir kennen mittlerweile fast jeden Marktplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Wir haben Projekttage an Schulen aller Schulformen durchgeführt, waren an den Universitäten, bei der Bundeswehr, in den Justizvollzugsanstalten, haben Projekte mit Bundesfreiwilligen und FSJlern durchgeführt und waren auf diversen Demokratie-, Feuerwehr- und Stadtfesten. Kurz gesagt: Wir kommen überall da hin, wo man uns einlädt.

Und das nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern.

Wir waren auf Kurzbesuch in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin, Bremen, Sachsen und Thüringen. So sind in den zurückliegenden Jahren mehr als 200.000 Kilometer zusammengekommen.

Was können Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitnehmen?

Ich hoffe, neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Das gilt vor allem für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen unserer Projekttage. Wir versuchen, möglichst viel mit interaktiven Methoden zu arbeiten. Besonders gute Erfahrungen haben wir mit Planspielen gemacht. In diesen Formaten lernen die Teilnehmer sich und andere teilweise ganz neu kennen, weil sich ganz neue Perspektiven auf Themen und Prozesse eröffnen können.

Und auf den Marktplätzen?

Auf den Marktplätzen zieht eher unser kostenfreies Angebot an Büchern und Informationsmaterialien. Viele Leute sind aber nach wie vor auch dankbar dafür, dass man an Bord des Busses sehr unkompliziert einen Antrag auf Stasi-Akteneinsicht stellen kann.

Welche Treffen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Besonders spannend fand ich unsere Tour durch die Justizvollzugsanstalten des Landes. Eine wirklich ganz eigene Welt, die man da betritt. Auch ein langes Gespräch mit Cem Özdemir, der mal zufällig auf der Insel Rügen an unseren Bus kam, ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Bei Kaffee und Kuchen hat er von der Inspirationskraft seines Lehrers erzählt, der ihn dazu bewegte, sich zu engagieren und in die Politik zu gehen.

Gab es auch negative Erlebnisse?

Auch davon sind ein paar hängen geblieben, wie gescheiterte Projekttage, die es leider auch mal gibt. Oder ein rechtsgerichteter Buttersäureanschlag auf den Bus im Jahr 2014.

Momentan kann der Bus nicht fahren. Geht es nach der Krise wieder los?

Natürlich wird es weiter gehen. Wir wissen momentan aber auch nicht, wann die Einschränkungen gelockert oder aufgehoben werden. Das wirft unsere gesamte Terminplanung in diesem Jahr durcheinander.

Wofür nutzen Sie die Corona-Pause?

Unser guter alter Bus hat schlapp gemacht und es leider nicht durch den TÜV geschafft. Eine Reparatur ist bedauerlicherweise nicht möglich, da die nötigen Teile nicht mehr zu bekommen sind. Wir sind aber dabei, Ersatz zu beschaffen – und haben auch schon einen neuen Bus in Aussicht. Dieser muss aber noch zu unseren Zwecken umgebaut werden. Wir versuchen, die Zwangspause hierfür zu nutzen.

Hintergrund: Die Projekte

Foto: Wiebke Marcinkowski

Der Demokratiebus kommt vorbei. Zu Projekttagen und Planspielen in Schulen. Zur Beratung, zu Gesprächen und Diskussionen vor Ort.

Planspiel Wahlen. Beispiel für ein Planspiel. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, in die Rolle einer Politikerin/eines Politikers zu schlüpfen. Die Schüler (ab 14 J.) werden in drei bis vier Gruppen eingeteilt, die fiktive Parteien darstellen sollen. Ein Projekttag in drei Phasen: Gruppenphase, Plenum und Diskussion, freie und geheime Wahl. Weitere Infos – hier

Publikationen/Anträge. An Bord des Busses gibt es umfangreiche, kostenfreie Informations- und Beratungsangebote der Landeszentrale für politische Bildung MV und der Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Ein Antrag auf Stasi-Akteneinsicht kann gestellt werden.

Weitere Infos und Kontakt. Hier geht’s zum Demokratiebus – bitte klicken

Extra: Der Bus zum Basteln

Foto: Wiebke Marcinkowski

Den großen Demokratiebus der Landeszentrale gibt es auch in klein. Zum Basteln. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Schere und Kleber rauskramen, den Bastelplan öffnen und ausdrucken (hier). Es kann losgehen. Viel Spaß!

Wir freuen uns auf tolle Bilder vom Basteln, von Bussen, vom Spaß zu Hause. Bitte per Mail an: poststelle@lpb.mv-regierung.de. Danke!

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