27. Januar: Tag des Gedenkens

Vom / Landeskunde, LpB, Zeitzeugen

Das KZ Auschwitz-Birkenau. Aufnahme: Stanisław Mucha (Quelle: Bundesarchiv)

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945. Hier unser Überblick zu den Gedenkveranstaltungen – und unsere Hintergründe zu NS-Verbrechen u.a. in Wöbbelin, Schwerin und Greifswald.

Gedenkveranstaltung in MV

Die landesweite Gedenkveranstaltung „Erinnern, betrauern, wachrütteln“ für die Opfer der „NS-Euthanasie“ und Zwangssterilisierung wird inklusive Andacht und Kranzniederlegung am Mahnmal auf dem Schweriner Klinikgelände aufgezeichnet und am 27. Januar um 10 Uhr gezeigt. Den Zugang zum kostenfreien Download gibt es per Mail beim Landesverband Sozialpsychiatrie MV: kathrin.boegner@sozialpsychiatrie-mv.de. Betreff: Landesweite Gedenkveranstaltung.

„In diesem Jahr stellen wir die jungen Opfer der NS-Medizinverbrechen in den Mittelpunkt unserer Gedenkveranstaltung“, heißt es in der Ankündigung. „Das Leid und der Tod dieser Kinder sollen nicht vergessen werden und auch in heutiger Zeit in mahnender Erinnerung bleiben.“ Der Verband ruft für Mittwoch um 10 Uhr zu einer Schweigeminute auf. Ebenso kann eine Kerze am Tag des Gedenkens angezündet werden.

Der Flyer, das Programm, weitere Infos – hier

Schweigeminute im Landtag

Im Landtag soll in der Sitzung am Mittwoch mit einer Schweigeminute an die Opfer des Nazi-Regimes erinnert werden. Für den Nachmittag sei geplant, dass Landtagspräsidentin Birgit Hesse im Namen des Parlaments an der Mahn- und Gedenkstätte „Die Mutter“ in Raben Steinfeld bei Schwerin einen Kranz niederlegt, teilte ein Sprecher mit.

Virtuelle Lesung

Die Veranstaltung der Barlachstadt Güstrow wird in diesem Jahr als virtuelle Lesung durch die Uwe-Johnson-Bibliothek angeboten. Eingeladen wurde Wolfgang Paterno, der dem Schicksal seines Großvaters in seinem 2020 erschienenen Buch „So ich noch lebe…“ nachging. Eine bewegende Geschichte zum Schweigen der Zeitzeugen und über den Mut, welcher nötig ist, um Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit zu verteidigen.

Die Lesung ist ab 27. Januar, 10 Uhr, abrufbar unter: www.uwe-johnson-bibliothek.de

Gedenkveranstaltung im Bundestag

Der Bundestag gedenkt am Mittwoch der Opfer des Nationalsozialismus. Gastrednerinnen sind die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sowie die Publizistin Marina Weisband. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble wird die Gedenkstunde um 11 Uhr im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes in Berlin eröffnen. An der Veranstaltung nehmen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesratspräsident Reiner Haseloff, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverfassungsgerichtspräsident Stephan Harbarth teil.

Die Gedenkstunde wird live auf www.bundestag.de übertragen.

Gedenkveranstaltung in Berlin

Mit einer Open-Air-Ausstellung in der Nähe des Berliner Holocaust-Mahnmals erinnert das Internationale Auschwitz Komitee an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 76 Jahren. Die Infos – hier

Weitere Veranstaltungen

„Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung.“ #everynamecounts. Oder die Gedenkstunde mit Musik von Igor Levit. Die Landeszentrale für politische Bildung MV hat Veranstaltungen zum 27. Januar auf ihrer Homepage zusammengefasst – hier

Die KZ-Hölle von Wöbbelin

Kurz vor Kriegsende finden die Gräueltaten der Nationalsozialisten einen neuen Schauplatz – in Wöbbelin. Unweit des Dorfes, direkt an der Straße zwischen Ludwigslust und Schwerin, entsteht im Februar 1945 eines der letzten Konzentrationslager. Es existiert zehn Wochen. Pfercht 5000 Häftlinge zusammen. Mehr als 1000 sterben.

Tod auf dem Lewenberg

Günter Nevermann. Der Junge starb 1942 in der Schweriner Klinik. Aus dem Buch: Die Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg-Lewenberg 1939-1945. Foto: Familie Nevermann

Die Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg-Lewenberg gehört zu den zentralen Orten der nationalsozialistischen Medizinverbrechen auf dem heutigen Gebiet von Mecklenburg-Vorpommern. Zwischen 1939 und 1945 wurden Patienten nach Schwerin gebracht und ermordet. Mindestens 1.900 Menschen fielen der „NS-Euthanasie“ zum Opfer. Darunter Günter Nevermann, ein Junge aus Wismar.

Jüdisches Leben per App erkunden

Foto: Partnerschaft für Demokratie Greifswald

Die Partnerschaft für Demokratie Greifswald hat den digitalen Stadtrundgang „Jüdisches Leben in Greifswald“ mit der kostenlosen App „Actionbound“ entwickelt. Bei dem Rundgang wird an die gewaltsame Deportation und Ermordung der jüdischen Greifswalderinnen und Greifswalder erinnert.

Unsere Lese-Empfehlungen

Dorothee Freudenberg. Geschichte der jüdischen Gemeinde Stavenhagen 1750-1942. Schwerin 2020. Landeszentrale für politische Bildung MV. Hier geht’s zur Bestellung

Egon Krüger. Stammbäume jüdischer Familien in Pasewalk. Milow, Strasburg, Berlin 2019. Schibri-Verlag. Hier geht’s zur Bestellung

Michael Buddrus, Sigrid Fritzlar. Juden in Mecklenburg 1845-1945. Zwei Bände. Institut für Zeitgeschichte München-Berlin und Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern. Hier geht’s zur Bestellung

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