Bundestagswahl 2017: Vom Kreuz zum Ergebnis

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Montag. 0.45 Uhr. Knapp sieben Stunden nach Schließung der 1708 Wahllokale sind alle Stimmen aus MV ausgezählt. Das vorläufige Wahlergebnis aus Mecklenburg-Vorpommern steht damit fest. Bis tief in die Nacht trudeln die Zahlen aller Bundesländer bei Bundeswahlleiter Dieter Sarreither ein. Bis das Ergebnis amtlich ist, wird es aber noch etliche Tage dauern.

Wahlsonntag. 18 Uhr. Für den Wähler geht jetzt nichts mehr. Für den Wahlvorstand im Wahllokal dagegen die Arbeit erst richtig los. Beim Auszählen sind alle gefragt: Wahlvorsteher. Schriftführer. Beisitzer. Zuerst müssen sie vergleichen, ob die Anzahl der Stimmzettel in der Urne mit den Vermerken über die abgegebenen Stimmen im Wählerverzeichnis übereinstimmt.

Dann bilden sie vier Stapel. Nummer 1 – das sind alle Zettel, auf denen die Wähler beide Stimmen der selben Partei gegeben haben. Diese werden dann wiederum nach Parteien aufgeteilt. Auf Nummer 2 stapeln sich diejenigen, die nur ein Kreuz enthalten oder auf denen beide Stimmen unterschiedlichen Parteien gegeben wurden. Nummer 3 ist für leere Stimmzettel gedacht. Auf dem letzten Stapel landen all jene Zettel, die Wähler zum Beispiel bemalt oder beschrieben haben.

Zuerst werden Stapel 1 und 3 gezählt. Zweimal. Dann ab mit den Ergebnissen ins Formular für die Wahlniederschrift. Nun ist Nummer 2 dran. Sortiert nach Erst- und Zweitstimme. Doppelt hält auch hier besser. Zum Schluss nimmt sich der Wahlvorstand den letzten Stapel vor. Zettel für Zettel prüft er, ob die Markierungen den Wählerwillen klar erkennbar oder den Stimmzettel ungültig machen.

Zusätzlich werden die Ergebnisse noch in ein Formular für die Schnellmeldung eingetragen und so schnell wie möglich – meistens per Telefon – an die Gemeinde übermittelt. Dann unterschreiben Wahlvorsteher, Schriftführer und Beisitzer die Niederschrift und versiegeln die Unterlagen. Jetzt ist im Wahllokal Feierabend. Bei den vielen Freiwilligen für die 209 Briefwahlbezirke auch.

Und wie kommen die Zahlen zum Bundeswahlleiter? Die Gemeinden übermitteln sie an die Kreiswahlleiter. Diese melden sie an Landeswahlleiterin Doris Petersen-Goes. Sie schickt sie elektronisch an Bundeswahlleiter Dieter Sarreither weiter. Er ist für den Wahlabend nach Berlin gekommen. Normalerweise hat er sein Büro in Wiesbaden. Wenn das bundesweit letzte Ergebnis bei ihm eingetroffen ist, veröffentlicht er das vorläufige amtliche Ergebnis. Dann wird es bereits tiefe Nacht sein.

Bis Bundeswahlleiter Sarreither das amtliche Endergebnis bekannt gibt, wird es noch mehrere Tage dauern. Vorher werden alle Wahlniederschriften an die Gemeinden und Kreiswahlleiter geschickt, dort zu Kreisergebnissen zusammengefasst und vom Kreiswahlausschuss bestätigt. Von hier geht’s weiter zur Landeswahlleiterin. Sie fasst die Kreisergebnisse zum Landesergebnis zusammen – das der Landeswahlausschuss dann noch bestätigen muss. Erst jetzt ist der Weg zum Bundeswahlleiter frei. Bei ihm wird nun aus den Ergebnissen aller Länder das offizielle Endergebnis. Wenn der Bundeswahlausschuss es bestätigt hat, wird der Bundeswahlleiter es verkünden.

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